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0€ TradeRepublic Aktien + ETF-Sparpläne – Kann das gut sein?

Wenn es um die Gebühren für das eigene Portfolio geht, versuchen wir alle, so wenig wie möglich zahlen zu müssen. Es kommt jedoch schnell der Punkt, an dem uns zu niedrige Kosten misstrauisch machen: Wie ist sowas überhaupt möglich? Wie kann der Anbieter überhaupt Einkünfte erzielen?

Trade Republic mit seinen umfangreichen 0 € Angeboten ist so ein Fall. Insbesondere mit der neuesten Ankündigung, neben den 300 kostenlos besparbaren ETFs künftig auch mehr als 1000 Aktien zu den gleichen Konditionen anzubieten, rückt die Frage nach dem Geschäftsmodell in den Fokus. Wie verdient das Unternehmen überhaupt Geld?

Wir sind dieser Frage für dich nachgegangen und habe im Folgenden zusammengefasst, nach welchem Konzept Trade Republic funktioniert – und was das für Anleger bedeutet.  

Wenn du auf der Suche nach weiteren Informationen zu Brokern oder Investitionsmöglichkeiten bist, bietet sich außerdem unser Forum für Privatkredite an. Dort kannst du dich mit anderen Anlegern austauschen und sicher noch einige Tipps und Tricks aufschnappen.

Um die Positionierung von Trade Republic im Vergleich mit anderen Anbietern besser einschätzen zu können, haben wir hier außerdem ein Ranking erstellt, das viele wichtige Aspekte eines guten Brokers beleuchtet.

Rahmenbedingungen und Gebühren

Das erweiterte Angebot von Trade Republic umfasst nun auch zahlreiche namhafte Aktien, darunter etwa Alphabet, Amazon oder Nvidia. Aber auch, wer es etwas obskurer mag, wird mit Fraport, Windeln.de und vielen Weiteren bedient. Die genaue Liste lässt sich hier Einsehen und zum Beispiel mit der Suchfunktion des Browsers durchforsten.

Wie für deutsche Broker typisch werden die Aktien sicher bei “Clearstream” verwahrt. Auch Kapital, dass nicht direkt investiert wurde, ist gut aufgehoben: Es wird treuhänderisch von der Solaris Bank verwaltet. 

Die Abwicklung der jeweiligen Transaktionen findet via HSBC statt. Trade Republic hat bereits seit 2019 eine Lizenz als Wertpapierhandelsbank in Deutschland, während Österreich ebenfalls 2020 hinzukam.

Auf der Suche nach dem Geheimnis der geringen Kosten finden wir bei den Handelsplätzen den ersten Hinweis: Nur Lang&Schwarz, die eng mit der Hamburger Börse zusammenarbeiten, sind verfügbar, was Trade Republic hilft, Kosten zu sparen. Andere Broker können hier mit einem deutlich umfangreicheren Angebot aufwarten – Wer etwa an der Euronext in Amsterdam oder im Xetra aktiv werden möchte, ist zum Beispiel mit dem Depot der Consorsbank besser beraten.  

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Die Kosten belaufen sich dabei generell auf 1 € pro Transaktion, bzw. 0 € im Falle der 300  ETF-Sparpläne von iShares. Auch die 1000 ausgewählten Aktien verursachen keine Gebühren. Hierbei ist jedoch eine Mindestsumme von bescheidenen 10 € nötig, was immer noch deutlich unterhalb dessen liegt, was die Konkurrenten als Minimum angeben. Auch hier hat Trade Republic also die Nase vorn, denn andernorts lassen sich Investments erst ab 25 € starten.

Am Depot Service wurde übrigens nicht gespart. Anleger sind hierbei etwa mit einer automatischen Steuerabführung und der Ausstellung der Jahressteuerbescheinigung versorgt. Auch die Teilnahme an Hauptversammlungen und ähnliche Ereignisse werden dort entsprechend verwaltet. 

Null Euro Gebühren – was verdient Trade Republic daran?

Nun zur großen Frage, wie Trade Republic Umsätze erwirtschaftet, wenn Transaktionen meist kostenlos erfolgen. Die Antwort liegt in den Rückvergütungen, die Börsenplätze den Brokern zahlen. Lang & Schwarz bietet hier 3 Euro im Normalfall und bis zu 17,50 € in Extremfällen, die hier an den Broker gehen. Ein solcher Ausnahmefall liegt etwa bei sehr großen Käufen vor, oder wenn ein Kauf außerhalb der Xetra-Öffnungszeiten (Werktags, 09:00 bis 17:30 Uhr) stattfindet. 

Diese Auszahlungen können als Marketingkosten des Börsenplatzes angesehen werden, die Kunden zum Handel dort bewegen sollen. Sie werden von Trade Republic einbehalten. Damit werden die ansonsten fast kostenfreien Angebote finanziert. Das es dabei mit rechten Dingen zugeht, zeigt sich etwa bei einem Blick in die AGBs, in denen dieser Sachverhalt deutlich markiert nachzulesen ist. 

Ein solches Vorgehen ist auch bei anderen Brokern gängige Praxis; kein anderer nutzt diese Methode jedoch so stringent. Trade Republic kann durch die direkte Zusammenarbeit mit dem Lang & Schwarz Handelsplatz genug erwirtschaften, um seine Gebühren entsprechend niedrig zu halten. Dadurch erklärt sich auch die Beschränkung auf diesen einen Börsenplatz. 

In der Realität zeigt sich daneben aber auch ein Unterschied in den jeweiligen Kursen an verschiedenen Handelsplätzen, der sogenannte “Spread”. Der Einkauf bei Lang & Schwarz kann also etwas teurer als an anderen Börsen ausfallen – Mehrkosten, aus denen die Rückvergütungen finanziert werden, mit denen wiederum Trade Republic seine Gewinne erwirtschaftet. 

Diese Unterschiede können von “kaum wahrnehmbar” bis “mehrere Prozent” ausfallen, sodass sich eine genaue Prüfung vor dem Kauf lohnen kann! Insbesondere wer eher exotische Aktien ins Auge gefasst hat, wird beim Handel über den Lang & Schwarz Platz, der bei Trade Republic ja leider alternativlos ist, stark zur Kasse gebeten. 

Hinter den Kulissen

Auch bei einem großen, mehrprozentigen Spread, wird Trade Republic selbst wohl nur wenig der Kosten zugestanden bekommen – der Großteil dürfte bei Lang & Schwarz verbleiben. Die Gewinnmargen des Brokers sind hier also schmal bemessen. 

Anleger, die monatlich einen einzelnen ETF mit dem Mindestbetrag besparen, sind ebenfalls nicht gerade Garanten für große Umsätze. Die Strategie scheint stattdessen zu sein, mit äußerst attraktiven Konditionen Neukunden zu gewinnen und diese Schritt für Schritt zu einer verstärkten Handelstätigkeit zu bringen. 

Werden nämlich regelmäßig Transaktionen durchgeführt, erhält Trade Republic mehr und mehr Rückvergütung. Der Broker hat daher ein entsprechendes Interesse daran, besonders aktive Investoren unter seinen Kunden zu haben. “Masse statt Klasse” ist daher wohl aktuell das Motto, mit dem die nicht vorhandenen Gebühren finanziert werden. 

Was das für uns bedeutet

Als Kunden könnten wir uns einfach mit den niedrigen Gebühren zufriedengeben – es tut jedoch gut zu wissen, dass sich diese Konditionen nicht durch versteckte Kosten für uns finanzieren.

Das Finanzierungsmodell unterscheidet sich dabei von dem der Konkurrenz: Trade Republic reizt die Möglichkeiten der Rückvergütung voll aus. Das bringt Abwechslung in den Brokermarkt und ist allein deshalb schon zu begrüßen. Aktuell profitieren davon definitiv in erster Linie wir als Anleger.

Sofern sich ein Investor nicht für besonders ausgefallene Aktien interessiert, kann hier wirklich sehr günstig eine große Auswahl bespart werden. Dies gilt selbstverständlich auch für das schon etwas ältere ETF Angebot. Fraglich bleibt dabei nur, ob sich dieses Modell langfristig rechnen kann. 

Aktuell scheint Trade Republics Fokus ganz klar auf dem Aufbau einer großen Kundenbasis zu liegen: Neukundengewinnung ist das Hauptziel. Ob das auch in den kommenden Jahren so bleiben wird, ist abzuwarten – aktuell ermöglicht es uns jedoch günstige Anlagemöglichkeiten.

Diese Plattformen empfehle ich:

Wenn du mehr zu den ETFs bei Trade Republic wissen möchtest, kannst du in diesem Beitrag unser Ranking der 40 Besten finden. 

Hat dich TR bereits überzeugt und du möchtest direkt loslegen, bringt dich dieser Link¹ direkt zur passenden Seite. Damit unterstützt du übrigens auch diesen Blog und unsere Arbeit. 

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