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Geld regiert die Welt

Deflationen, Insolvenzen, Blasen, Weltwirtschaftskrisen. Unerwartet und unvorhersehbar sind die Risiken, die für den Verlust von hart erarbeiteten Ersparnissen verantwortlich werden können. Von heute auf morgen, ganz ohne Skrupel. 2008 in der USA, 2017 vielleicht auch bei uns?

Wir leben in dynamischen Zeiten. Zeiten, geprägt von neuen Herausforderungen, wie Terrorismus und der Flüchtlingskrise bis hin zu dauernder Aufrüstung und kriegsähnlichen Zuständen. Auch Banken, die Schnittstellen bzw. gar die Triebfedern unserer Wirtschaft, stellen sich vielfältigen Herausforderungen, die sich auf die Volatilität unserer Wirtschaft abzeichnet. Krisen sind seit Erfindung des Finanzsystems zwangsläufig früher oder später eine Folge menschlichen Handelns. Besser: menschlicher Fehler. Dieser Artikel gibt Einblick in vergangene Finanzkrisen und deren Entstehung sowie einen Blick in die Zukunft, um berechtige Sorgen und Ängste zu nehmen.
Sicherlich, die Finanzkrise 2007/2008 war nicht die erste seiner Art. Da seien die erste Weltwirtschaftskrise 1857, 1929 oder auch die Dotcom-Krise genannt. Oder der Schwarze Montag, an dem der Dow Jones innerhalb eines Tages um 22,6 % gesunken ist, ohne erkennbaren Grund. Doch die Finanzkrise 2008 war anders, besonders – und im Grunde abwendbar. Sie hat außerdem eine entscheidende Ursache zu Tage gebracht, die bis heute fortbesteht. Mangelhafte Bankenregulierung.

Der Schwarze Montag. Quelle:  DJIA values, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

USA, 2006. Sogenannte “Subprime-Kredite“ werden eingeführt, womit Kredite auch von Bürgern mit geringer Vertrauenswürdigkeit aufgenommen werden konnten. Die Folge: Ein Immobilienboom. Der amerikanische Traum wird wahr: Ein Eigenheim trotz geringem Einkommen und geringer Vertrauenswürdigkeit, zu günstigen Konditionen. Heile Welt.

Doch nicht alle standem diesem Enthusiasmus positiv gegenüber. Manche Banker erahnten ein Platzen dieser Immobilienblase und wurden von Arbeitskollegen als naiv, gar paranoid bezeichnet. Die Kredite seien ja das sicherste der Welt, schließlich wurden diese von den großen Ratingagenturen mit Triple-A (AAA) bewertet, das Bestmögliche. Die kritischen Banker haben daraufhin eigene Recherchen aufgenommen, sind zu Kreditnehmern und Ratingagenturen gefahren. Das Ergebnis: Teils leere Häuser und arme Immigranten mit mehreren Häusern. Außerdem Ratingagenturen, dessen Ratingverfahren fehlerhaft waren. Trotzdem hörte niemand zu. Also entschieden sie sich, auf den Niedergang des Immobilienmarktes und damit der amerikanischen Wirtschaft zu wetten. [In diesem Zusammenhang sei der Film “The Big Short“ von Adam McKay genannt, der über Ablauf und Ausblick der Finanzkrise aufklärt.]

Die Gläubiger forderten ihr Geld ein, doch mehr und mehr Kreditnehmer waren nicht mehr zahlungsfähig. Personen wurden enteignet, die Immobilienkrise begann. Allmählich begannen Ratinagenturen, die Bewertungen für Kredite zu ändern. Die Immobilienpreise fielen stark, wie folgendes Diagramm zeige.

Quelle: FRED, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

Als wäre die Immobilienkrise nicht genug, verkündete Lehman Brothers, einer der größten Investmentbanken der USA, seine Insolvenz – mit weitreichenden Nachwirkungen. Knapp 25.000 Menschen wurden sofort arbeitslos und Lehman Brothers hinterließ einen gigantischen Schuldenberg in Höhe von ca. 200 Milliarden US-Dollar. So wurde aus einer Immobilienkrise eine Finanzkrise, die nachtragende Wirkung auch für andere Länder auf der Welt bedeutete. Arbeitsplätze auch in anderen Unternehmen wurden abgebaut und auch andere Unternehmen insolvent, denn risikobehaftetete Kredite wurden gar nicht mehr vergeben. Eine Zeit des Misstrauen gegenüber allen und jeden begann.

Aber wie kam es nun eigentlich dazu? Lehman Brothers hat sich verspekuliert – und wurde dabei staatlicherseits zu wenig reguliert. Obwohl die Zeichen durch die Immobilienkrise klare Sprache gesprochen haben, dass die Kreditausfallversicherungen und die vielen Immobilien von Lehman Brothers zum Problem werden, wurde schlicht ignoriert. Stattdessen wurde mit Enthusiasmus und Arroganz reagiert. Wir werden trotzdem Gewinn machen, das Schlimmste sei doch eh vorbei. Fatal.

Was waren und sind die Konsequenzen heute, um Derartiges erneut zu vermeiden? Leider zu wenig. Banken sind weiterhin noch längst nicht genügend reguliert. Die betroffenen Banker wurden fast nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern konnten frei laufen (mit wenigen usnahmen wie Island, wo 26 hochrangige Banker zu Haft verurteilt worden). Banken spekulieren weiterhin in Milliardenhöhe, in teils riskanten Geschäfte.

Wie sollte man damit umgehen? Man sollte im Hinterkopf behalten, dass eine Finanzkrise jederzeit wieder auf uns zu kommen kann. Um informiert zu bleiben, sollte man die Zeichen der Zeit realistisch wahrnehmen und ernst nehmen. Auch Personen mit provokanten Thesen, die für verrückt gehalten werden, sollten wenigstens angehört werden – denn wäre das vor der US-Finanzkrise passiert, wären viele unerwünschte Folgen erspart geblieben. Wenn es um das eigene Vermögen geht, bleibe man stets kritisch, wachsam und rational. Denn letztlich hat 2007 schon eines vornehmlich dazu beigetragen: Überenthusiasmus und Emotionen.

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