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Banken in unserer Gesellschaft

Das Bankensystem nimmt eine entscheidende Schlüsselrolle in einer Volkswirtschaft ein. Sie ist wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil unseres Systems. Jeder braucht Banken, denn sie sind Hauptdienstleister für Geld, doch nicht jeder will sie. Denn die letzte Finanzkrise ist nicht vergessen und das Image der Banken ist nicht das, was es einmal war. Wir werfen in diesem Aufsatz einen genaueren Blick in das Finanzsystem und erklären, wie Banken genau funktionieren und welche Auswirkungen sie auf unsere Gesellschaft haben.

Privatpersonen oder Unternehmen, die Gelder übrig haben und es für schlechte Zeiten sparen möchten, können es bei einer Bank auf einem Sparkonto anlegen. Der Kunde hat so den Vorteil, dass das Geld sicher aufbewahrt wird und nicht von anderen Menschen gestohlen werden kann. Die Notwendigkeit der sicheren Aufbewahrungsweise liegt historisch begründet: Vor der Entstehung des modernen Finanzsystems war der Diebstahl von Vermögen ein großes Problem. Die Bank verwendet das Geld der Anleger, um es zum Beispiel in Immobilien oder Wertpapieren zu investieren und mit diesem Geld zu spekulieren. Die Bank zahlt den Sparkontoinhabern als Gegenleistung für das zur Verfügung Stellen des Geldes Zinsen und Renditen.

Eine Privatperson oder ein Unternehmen kann auch zum Girokontoinhaber werden. Das hat den Vorteil, dass das Geld bei Bedarf wieder abgehoben werden kann. Obwohl die Inhaber Gebühren für die sichere Aufbewahrung des Geldes zahlen müssen, erhalten diese ebenso Zinsen ausgezahlt. Die Höhe orientiert sich am Leitzins, den die EZB in Europa festlegt. Kunden haben die Möglichkeit, beliebig viel Geld auf andere Girokonten zu transferieren.

Wenn eine Privatperson, ein Unternehmen oder auch ein Staat mehr Geld ausgeben, als es zur Verfügung stellen kann, zum Beispiel, um Investitionen zu tätigen oder Immobilien zu kaufen, kommt der Kredit ins Spiel. Vor der Kreditaufnahme werden die Liquidität des potentiellen Kreditnehmers, Kreditrisiko und Zinsänderungsrisiko überprüft, um eine Zahlungsunfähigkeit vorzubeugen. Die Banken verwenden bei erfolgreicher Feststellung der Liquidität nun die Geldbeiträge der Anleger, um es den Kreditnehmern zu leihen. Es findet nun eine sogenannte „Losgrößentransformation“ statt. Der Kreditnehmer ist vertraglich daran gebunden, das geliehene Geld in Raten in einem vereinbarten Zeitraum zurückzuzahlen. Die Tilgung des Kredites erfolgt später mit entsprechenden Abschlägen, den Zinsen, sodass der Kreditnehmer mehr Geld zurückzahlt, als er geliehen hat. Die Bank ist daher ein sogenannter Finanzintermediär. Diese Geschäftspraktik sichert den Banken das Erwirtschaften kontinuierlicher Renditen.

Den Anlegern wird auch die Möglichkeit geboten, sich aktiv am Geschehen des Aktienmarktes zu beteiligen. Die Bank unterstützt Kunden als sogenannter „Broker“ bei beispielweise erfolgreichem Devisenhandel oder dem Kauf von Aktien sowie Anleihen. Dafür entrichtet die Bank Gebühren oder Gewinnbeteiligungen.

Eine Bank ist nicht gleich Bank: Die Zentralbank, bei uns die sogenannte „EZB“, gibt den Banken einen Leitzins vor, wonach die jeweilige Bank ihre Zinsbeiträge richten. Zentralbanken arbeiten eng mit „normalen“ Geschäftsbanken zusammen, da die Bank in Ihrer „monetären“ Funktion auch Geld in den Wirtschaftskreislauf einbringt. Die gesellschaftliche Bedeutung der verschiedenen Geschäftsbereiche der Banken hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Besonders der hochspekulative Handel mit Wertpapieren, Aktien und anderen Finanzprodukten sowie die Beteiligung an Unternehmenszusammenschlüssen (Fusionen) und Unternehmensaufkäufen haben sich verstärkt.

Was bedeutet das aber für uns, für Sie, für mich? Banken sind in allen finanziellen Vorgängen involviert und haben daher eine besondere „Systemrelevanz“. Die Gefahren, die dadurch bedingt sind, haben sich am Stärksten bei der Insolvenz der Investmentbank „Lehman Brothers“ gezeigt [=> Dazu mehr im Artikel „Geld regiert die Welt„].

Schwere wirtschaftliche Repressionen gesamter Volkswirtschaften können die Folge durch die mangelnde staatliche Rettung von Banken sein. Damit ist der individuelle Wohlstand von uns betroffen – selbst Familie und Freunde. Unter anderem aus Angst vor derartigen Szenarien haben deshalb immer noch viele Deutsche – laut einer Studie jeder Vierte – Ihr Bargeld oder Teile davon zu Hause gelagert.



Banken haben natürlich nicht nur Schattenseiten, sondern auch viele Vorteile. Finanzielle Sicherheit, Komfort in der Geldführung und Möglichkeiten zur Realisierung eigener Ideen und Träume durch die Aufnahme von Krediten sind wesentliche Elemente unteres Alltags, unseres Wohlstandes und unserer Lebensqualität.

Letztlich seien auch die vielen Arbeitsplätze erwähnt, von denen die Finanzbranche abhängt. Steuereinnahmen können wiederum für Maßnahmen mit gesamtgesellschaftlichem Nutzen verwendet werden.

Banken nehmen auch die Funktion eines „Unternehmensbürger“ (Corporate Citizen) ein. Diese versuchen, über Engagement, Sponsoring, Spenden und Stiftungen, das Gemeinwohl zu fördern und natürlich das eigene Image zu verbessern. Sie tragen daher soziale Verantwortung und fördern die Möglichkeiten kultureller Teilhabe.

Das Fazit des ganzen? Wir brauchen Banken. Und das ist auch in Ordnung so. Sie gehören zu dem Lebensstandard, den wir uns aufgebaut haben. Dabei sollte natürlich keinesfalls der eigenverantwortliche und vernünftige Umgang mit seinem Geld vergessen werden. Wesentlich dazu beizutragen, damit der Lebensstandard bleibt, hat der Staat: Über Regulierungen, die das Treiben der Banken einschränken und das verhindern, was in der Vergangenheit passierte. Ein Realitätscheck dazu im Artikel „Geld regiert die Welt„.

Northern Finance

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Disclaimer: Alles was wir mit dir in diesem Blog teilen ist zur Allgemeinbildung gedacht. Wir haben nicht dein persönliches Risikoprofil analysiert und keine Investmentempfehlungen abgegeben, sondern schlicht Informationen zu finanzieller Allgemeinbildung und P2P Kreditgeschäften bereitgestellt.

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