An welcher Börse Aktien und ETF kaufen? XETRA vs L&S, Gettex

Wenn wir an der Börse handeln wollen und dafür zum Beispiel die verschiedenen Broker vergleichen, kommt die Sprache immer wieder auf die Wahl der Handelsplätze. Aber wo liegen hier eigentlich die Unterschiede und worauf solltest du als Anleger achten? Diesen Fragen will ich heute einmal genauer nachgehen!

Gefallen dir solche Analysen und du möchtest weitere Tipps und Tricks rund um die Finanzwelt erhalten, solltest du außerdem einen Blick in unser kostenloses Forum für Privatkredite werfen. Dort kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und sicher noch etwas dazulernen.

Verschiedene Börsen, verschiedene Preise

Die Auswahl an Börsen in Deutschland ist groß – neben der bekanntesten Börse in Frankfurt und der damit verbundenen digitalen “XETRA” gibt es noch zahlreiche regionale und sogenannte “außerbörsliche” Handelsplätze. 

Und als wäre das noch nicht genug, stehen selbstverständlich auch noch buchstäblich hunderte von Börsen im Ausland für deine Geschäfte zur Verfügung. Wie soll man als Anleger da den Überblick behalten?

Wie du dir sicher vorstellen kannst, würde es den Rahmen dieses Artikels vollständig sprengen, wenn ich jede Börse einzeln analysieren und bewerten würde. Ich werde daher nur auf die wichtigsten Kandidaten eingehen und will dir aufzeigen, welche Kriterien für einen Handelsplatz entscheidend sind.  

Mit diesem Wissen bewaffnet kannst du im Anschluss selbst jede beliebige Börse einschätzen, ihre Arbeitsweise verstehen und für dich entscheiden, ob ihr Angebot zu dir und deiner Anlagestrategie passt. Schauen wir uns zuerst an, wie eine Börse Geld verdienen kann.

1. Der Spread

Zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs einer Aktie, ETF etc. liegt oft ein kleiner Unterschied – der sogenannte Spread. Denn bietet ein Verkäufer zum Beispiel ein Wertpapier für 49,95 € an, könnte die jeweilige Börse es stattdessen für 50,00 Euro an den Käufer abgeben. Der Spread beträgt in diesem Fall 5 Cent und stellt den Gewinn der Börse dar. 

Diese Beträge scheinen auf den ersten Blick kaum etwas am Gesamtbetrag auszumachen; wenn du jedoch größere Mengen handelst oder der Spread bei manchen Titeln geringfügig höher ausfällt, summieren sich die Kosten schnell. 

Heutzutage gibt es allerdings auch immer mehr Handelsplätze, die Geschäfte ganz ohne Spread anbieten. In diesen Fällen wird jedoch in der Regel eine andere Form von Entlohnung erhoben.

2. Transaktionskosten

Die wahrscheinlich einfachste Form der Kostenerhebung ist mittels Transaktionskosten. Für jedes Geschäft, dass du über die jeweilige Börse abschließt, musst du einen Festbetrag und/oder Prozentwert der Gesamtsumme als Gebühr entrichten.

3. Maklercourtage

Die Maklercourtage, manchmal auch als “Handelsentgelt” bezeichnet, fällt heute nur noch bei sehr wenigen Börsen an. Sie bildet eine Gebühr für das Vermitteln eines Geschäfts. Da dies seit einiger Zeit voll digital abläuft, braucht auch kein Makler hierfür mehr entlohnt zu werden. Lediglich an einigen Regionalbörsen ist eine solche Gebühr noch gelegentlich zu finden. 

Diese Börsen solltest du kennen

Deutschlands bekannteste Börse ist zweifellos die XETRA, ein digitaler Handelsplatz, der von der Frankfurter Börse betrieben wird. Sowohl Privatanleger als auch große Investoren schließen hier den Großteil ihrer Geschäfte ab. 

Die XETRA ist dabei die erste Adresse für die Aktien deutscher Unternehmen, aber auch ausländische Titel lassen sich handeln. Beim Kauf und Verkauf von ETFs ist man unter europäischen Börsen sogar führend, was das Handelsvolumen anbelangt. 

Trotz dieser gewaltigen Mengen und der Tatsache, dass keine Maklergebühr fällig wird, ist die XETRA nicht automatisch die günstigste Option für uns als Anleger! Denn die üblichen Broker verlangen pro Order zwischen 5 und 12 Euro, wenn du dich für diesen Handelsplatz entscheidest. 

Wer seine Transaktionen nicht über die XETRA abschließen möchte, kann auf einer der Regionalbörsen nach einem guten Angebot Ausschau halten. Diese Handelsplätze sind um ein vielfaches kleiner als und verzeichnen deutlich weniger Volumen pro Aktie oder ETF. 

Die Stuttgarter Börse sticht unter diesen durch ihre enorme Größe hervor – an keinem regionalen Handelsplatz wird mehr Volumen bewegt. Dadurch besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass auch größere Mengen zu einem guten Preis ge- oder verkauft werden können. 

Besonderheit: Außerbörsliche Handelsplätze 

Neben den regionalen Börsen stehen aber auch noch außerbörsliche Handelsplätze zur Verfügung. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es hier zwar einen Markt, an dem Wertpapiere und Co. gehandelt werden können; um eine Börse handelt es sich streng genommen allerdings nicht. 

Zu den bekanntesten Handelsplätzen dieser Art zählt “Lang&Schwarz”, der sich durch die Zusammenarbeit mit dem Neobroker TradeRepublic in den letzten Monaten einen Namen machte. Auch die Gettex ist sehr bekannt und bewegt täglich große Mengen an Wertpapieren. 

Derartige Handelsplätze unterliegen weniger strengen Regularien als zum Beispiel die Regionalbörsen und können dadurch erhebliche Kosten einsparen. Das macht sie oft zu einer günstigeren Alternative für uns Anleger. 

Ihr Volumen liegt dabei häufig über dem, was die meisten Regionalbörsen vorweisen können. Mit den gewaltigen Mengen, die an der XETRA gehandelt werden, kann allerdings auch diese Art von Handelsplatz nicht mithalten. 

Wann sich ausländische Börsen lohnen

Der Handel an Börsen im Ausland ist in der Regel mit sehr hohen Kosten verbunden. Da die meisten Titel auch an deutschen Handelsplätzen erhältlich sind, lohnt sich der Kauf außerhalb der Landesgrenzen nur in seltenen Fällen. 

Die Gebühren liegen hier üblicherweise im Bereich von 20 bis 100 Euro pro Handel, sodass sich für die meisten Geschäfte mit kleineren Beträgen keine finanziellen Vorteile ergeben. Planst du allerdings Transaktionen mit hohen Summen, kannst du unter Umständen Kosten sparen. 

Grundsätzlich ist es jedem Privatanleger möglich, an ausländischen Handelsplätzen aktiv zu werden. Wo du eine Aktie kaufst, hat übrigens keinen Einfluss auf das Wertpapier an sich. Der jeweilige Titel landet in deinem Depot, egal, ob du ihn in Stuttgart oder New York erworben hast. 

Zu den größten und bekanntesten Börsen zählen die New York Stock Exchange, die Japan Exchange Group, die London Stock Exchange und die Stock-Exchanges in Hong Kong und Shanghai. 

Egal, in welchem Land die jeweilige Börse beheimatet ist: Die genauen Kosten für eine bestimmte Transaktion müssen auch hier geprüft werden, bevor du zuschlägst. Ansonsten kannst du schnell in eine enorme Kostenfalle tappen. 

Das solltest du beachten:

  • Willst du einschätzen, ob eine Börse für deine geplante Transaktion geeignet ist, solltest du stets einen Blick auf das dort verfügbare Volumen werfen: Wenn täglich vor 12 Uhr bereits 200-Mal so viele Aktien gehandelt werden, wie du selbst bewegen willst, ist das ein gutes Zeichen. 

Bei niedrigeren Zahlen wirst du wahrscheinlich preisliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, wenn du dich für den Handel an dieser Börse entscheidest. 

  • Der wichtigste Faktor bei der Frage, was eine Transaktion genau kostet, ist die Wahl deines Brokers. Nutzt du günstige Neobroker wie den Smartbroker, kannst du den Kosten für deinen Aktienhandel meist gelassen entgegenblicken. 

Setzt du hingegen auf eher altbackene Broker oder nutzt gar die Angebote deiner traditionellen Hausbank, wirst du ein Vielfaches an Gebühren pro Transaktion bezahlen müssen. Solche Geschäfte sind heute nicht mehr zeitgemäß und werden hauptsächlich von Leuten ausgeführt, die sich moderner Technik verweigern. 

  • Bist du an außerbörslichen Handelsplätzen aktiv, profitierst du von oft deutlich längeren Öffnungszeiten: von 8 bis 22 Uhr kann man hier in den meisten Fällen handeln und auch Geschäfte am Wochenende sind keine Seltenheit. 

Durch die starke Bindung an die XETRA, die lediglich von 9:30 bis 17 Uhr geöffnet ist, sinkt die Anzahl an Käufern und Verkäufern außerhalb dieser Arbeitszeiten jedoch auch an den außerbörslichen Handelsplätzen. Es ist daher zu empfehlen, dich auch bei dieser Variante an den XETRA-Zeiten zu orientieren.  

  • Generell empfiehlt es sich, die eigenen Geschäfte dann abzuschließen, wenn die meisten Personen am Markt aktiv sind. Das ist jeweils morgens um 11 Uhr und nachmittags um 16 Uhr. 

Außerhalb dieser Zeiten sinkt die Aktivität und die Kosten für deine Geschäfte steigen oft stark an. Dieser Effekt ist am deutlichsten, wenn du zum Beispiel am Wochenende handeln willst. 

Meine Empfehlungen

Ich hoffe dieser kleine Überblick hilft dir, die Kostenmodelle der einzelnen Handelsplätze besser zu verstehen. Denn gerade, wenn du sehr aktiv handelst und viele Transaktionen abschließt, summieren sich die scheinbar kleinen Preisunterschiede schnell. 

Eng verbunden mit der Wahl des idealen Handelsplatzes ist die Entscheidung, mit welchem Broker du deine Geschäfte ausführen willst. Diese Frage beeinflusst die Preisbildung gleich doppelt, denn neben den direkten Kosten sind auch die direkten Kosten von deiner Wahl abhängig. 

So bietet der Smartbroker zum Beispiel sehr günstige Konditionen an: Über den außerbörslichen Handelsplatz Gettex kannst du schon ab 0 Euro handeln und alle deutsche Börsen sind für jeweils 4 Euro pro Transaktion verfügbar. Auch im Ausland kannst du aktiv werden. 

Andere Broker haben hingegen Preismodelle, die dich oft deutlich stärker zur Kasse bitten, wenn du den Handel an deiner Wunschbörse ausführen möchtest. Wieder andere Anbieter bieten ebenfalls Geschäfte ab 0 Euro, stellen dir aber nur einen einzigen Handelsplatz zur Verfügung…

Für einen genauen Überblick über das, in meinen Augen, aktuell beste Angebot auf dem deutschen Markt, habe ich den Beitrag “Smartbroker Depot – das bietet es dir” zusammengestellt. Dort kannst du leicht prüfen, ob das Angebot des Smartbrokers etwas für dich ist. 

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