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Wie gut geht es Bondora finanziell?

Die Frage, ob wir unser Kapital den richtigen Institutionen anvertraut haben, brennt allen Investoren unter den Nägeln. Daher werfen wir heute einen genauen Blick auf Bondoras Jahresabschluss, um den Zustand des P2P Anbieters zu analysieren. 

Wie sieht es finanziell bei Bondora aus, wie steht es um die Profite und wie gut kommt man bisher durch die Covid-19 Krise? Diesen Fragen gehe ich heute nach. 

Wenn du dich für Bondora oder andere P2P Plattformen interessierst, oder vielleicht erst einsteigen möchtest, kann ich dir übrigens unser Forum für Privatkredite empfehlen!

Wer ist eigentlich Bondora?

Bondora ist eine der größten P2P Plattformen in Europa und wurde 2015 zuletzt mit stolzen 4,5 Mio. Euro finanziert. Geldgeber war hier der “Valinor Management” Hedgefonds. Aufgrund der anhaltenden Covid Krise haben die Inhaber des Fonds nun allerdings die Auflösung des Selbigen beschlossen, sodass die Anteile an Bondora verkauft werden. Das klingt dramatisch, ist aber nichts Außergewöhnliches und sollte das Unternehmen nicht nachhaltig belasten. 

Wenn dir Bondora bisher noch nichts sagt, und du lieber erstmal ein paar grundlegende Informationen zum Unternehmen suchst, habe ich hier einen passenden Beitrag, in dem alles Wichtige erklärt wird. 

Management-Report

Schauen wir uns zuerst einmal den Management-Report an, der einige der wichtigsten Kennzahlen bereits zusammenfasst. Hier fällt uns zuerst das Wachstum bei der Kreditvergabe um knapp 160 % auf. Eine enorme Steigerung, die sich auch an anderen Stellen widerspiegelt. 

Ebenso beeindruckend ist der Gewinn von 2,2 Mio. Euro – vor allem, wenn man ihn mit dem Vorjahresergebnis von bescheidenen 100.000 € vergleicht! Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalrendite für 2019 in Höhe von 68 %

Wir sind aber natürlich nicht so einfach zufriedenzustellen und werden uns den Bericht jetzt im Detail anschauen (auch wenn uns das aufgrund des überschaubaren Inhalts nicht ganz einfach fällt). 

Bilanz 

Auf der Aktiva-Seite begegnen uns zuerst die Bar-Reserven bzw. das sofort verfügbare Kapital mit 3,7 Mio. €. 

Ein Blick in die Anmerkungen zeigt hier, dass es nichts zu beanstanden gibt und informiert uns außerdem über eine interessante Randnotiz: Das Geld, welches von Investoren an Bondora überwiesen wurde, aber noch nicht zum Einsatz kam, wird auf entsprechenden Treuhandkonten verwaltet. Die Höhe der dort befindlichen Einlagen stieg dabei von 9,5 Millionen Euro auf fast 22 Mio.! 

Das zeigt uns sehr anschaulich, dass hier nicht nur ein ansprechender – aber isolierter – Gewinn vorliegt, sondern das gesamte Unternehmen gewachsen ist und gut performed. Die Zahlen sind also in sich stimmig. 

Ein weiterer, großer Posten sind die Forderungen in Höhe von 3,4 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich z.B. um ausstehende Rückzahlungen der Kreditnehmer. Da diese natürlich nicht immer alle ihre Kredite abbezahlen können, wurden an dieser Stelle bereits 2,2 Mio. € abgezogen. Der Betrag ist also bereits entsprechend korrigiert und nicht „geschönt”, um Bondora besser dastehen zu lassen. Erneut ein gutes Zeichen!

Schauen wir uns als Nächstes die Passiva-Seite an: 

Die Verbindlichkeiten stiegen von 1,6 Mio auf 4,2 Mio. Euro erheblich an. Das ist viel, aber absolut im Rahmen. Vorteilhafterweise nahm auch der Gewinn zu, von überschaubaren 100.000 auf 2,2 Mio Euro. Da man bis ca. 2016 in einer Wachstums- und Finanzierungsphase war, in der es keine Gewinne zu verzeichnen gab, ist es sehr erfreulich, dass Bondora nun profitabel agiert. 

Gewinn- und Verlustrechnung

Bei den Gewinnen sehen wir sofort die Verdopplung der Umsätze von 10 auf 20 Mio. Euro und können in den Anmerkungen auch nachvollziehen, woher diese enorme Steigerung kam: 

Auf dem Estnischen Markt konnten die Einkünfte von 6 auf über 10 Millionen Euro gesteigert werden. 

In Finnland gelang mehr als eine Verdoppelung, von 3 auf fast 7 Mio. € und auf dem spanischen Markt konnte man sich von knapp 1 Million auf 2,7 fast verdreifachen. Das klingt eindrucksvoll, ist aber vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Bondora bereits seit längerer Zeit am spanischen Markt aktiv ist, während der finnische erst vor kurzer Zeit erschlossen wurde. 

Bei den Ausgaben schlägt die IT-Infrastruktur, wie bei Fintech Unternehmen üblich, erheblich zu buche. Auch für das Schuldenmanagement werden stattliche 1,5 Millionen fällig. Im Gegensatz zu Mintos, deren Jahresbericht ich ebenfalls für dich analysiert habe, kümmert sich Bondora nämlich selbst um das Eintreiben der Kredite – Und das verursacht nun mal Kosten. 

Sowohl die Ausgaben für die Infrastruktur als auch das Kreditmanagement stiegen um ca. 50 % an. Das ist zwar viel, bleibt aber vor dem Hintergrund des 2,6 fachen Wachstums an vergebenen Krediten mehr als vertretbar!

Warum allerdings der Punkt “Outsourced Services” um 2 Millionen Euro anstieg, bleibt im Bericht unerwähnt. Das ist nicht gerade gängige Praxis für solche Berichte und hinterlässt einen fahlen Beigeschmack. 

Auch andere Werte, wie etwa die Personalkosten, stiegen deutlich an. Verglichen mit dem Umsatzwachstum sind diese Zunahmen aber immer noch im Rahmen und kein Grund zur Beanstandung. 

Hohe Ausgaben für Werbung und Marketing (eine Verdoppelung auf 5,7 Millionen) waren nicht vermeidbar, um die Bekanntheit der Plattform und somit die erhöhten Einnahmen zu erzeugen und sind daher auch in Ordnung. 

Die Cashflow-Rechnung

Hier lässt sich in aller Kürze sagen, dass alles so weit in Ordnung ist, mit Ausnahme eines einzigen Punktes: Unter “Other Adjustments” wurden im Bericht -400.000 € verbucht, jedoch nicht erklärt, worum es dabei eigentlich geht. Auch die Zahlen aus dem Vorjahr (+1.800 €) lassen keine Schlüsse zu. Das wirkt etwas seltsam und hätte besser erklärt werden sollen. 

Fazit

Bondora zeigt sich mit seinem Jahresbericht als grundsolides Unternehmen, dass durch sein natürliches, nicht zu extrem fokussiertes Wachstum der letzten Jahre bestens aufgestellt ist, um die aktuelle Covid Krise zu meistern. Es steht damit im Gegensatz zur größeren, aber auch jüngeren und damit weniger gut “eingespielten” Plattform Mintos. 

Auch die höheren Kredit-Zeiträume von ca. 40 Monaten sind ein Pluspunkt. Hierdurch sind konstante Einnahmen auch während der Krise gesichert. Bondora kann daher insgesamt sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Wenn du nun auch Interesse bekommen hast, in Bondora zu investieren, kannst du mit diesem Link direkt loslegen. Obendrein erhältst du auch noch 5 € extra Startguthaben.

Auch Mintos wurde in diesem Artikel bereits mehrfach erwähnt. Solltest du lieber hier investieren wollen, kannst du ganz einfach diesem Link folgen.  

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