Finanzcheck: Sind 13% Rendite bei DoFinance zu viel?

Finanzcheck: Sind 13% Rendite bei DoFinance zu viel?

Die P2P-Plattform DoFinance verspricht trotz Corona-Krise Renditen zwischen 10 und 13 %. Da werden wir als Anleger natürlich hellhörig, fragen uns aber auch: Kann das sein und geht es hier mit rechten Dingen zu? Finden wir es doch einfach heraus, haben wir von Northern Finance uns gedacht, und einen exklusiven Einblick in die wichtigen Geschäftszahlen erhalten – und das noch weit vor der öffentlichen Bekanntgabe. Hier ist unser Eindruck:

Wenn du an solchen topaktuellen Informationen oder allgemein Wissen zum Finanzmarkt interessiert bist, lohnt sich auch ein Blick in unser Forum für Privatkredite. Dort kannst du dich mit anderen Anlegern austauschen und Tipps, Tricks und Ratschläge für dein Investment finden. 

Das sagt uns der DoFinance Bericht

Um ein gut überlegtes Investment zu tätigen, benötigen wir Informationen zu den Firmen und Produkten, an die unser Kapital gehen soll. Würden wir Unternehmen wie DoFinance unser schwer verdientes Geld auf gut Glück in die Hände drücken, wären die Folgen für uns wahrscheinlich wenig wünschenswert. 

Zu diesen wichtigen Daten gehören – neben offensichtlichen Zahlen wie Gewinn/Verlust – vor allem auch die Einschätzung des Managements selbst. Wir können aus so einem Bericht also eine Menge über DoFinance lernen. 

Hierbei ist zu beachten, dass es sich beim aktuellen Report um die Zahlen aus Asien handelt. Die Alfa Gruppe, die alle Kredite auf der DoFinance stellt, ist nämlich seit längerem schon an mehreren Märkten aktiv: Polen seit 2015, Georgien und Indonesien seit 2016. 

Gemeinsam mit dem nun exklusiv vorliegenden Bericht können wir ein Gesamtbild zusammensetzen, dass uns tiefen Einblick in den Zustand von DoFinance gewährt. Schauen wir uns also an, was wir daraus lernen können. 

Die Krise als Chance

Wie der Rest der Welt wurde auch DoFinance von der Corona-Krise getroffen – mit gemischten Ergebnissen: Auf der Plus-Seite konnten trotz Pandemie ein extrem starkes Wachstum von 15 bis 20 Prozent pro Monat auf dem indonesischen Markt verzeichnet werden. Diese Entwicklung hält bereits seit September 2020 an und macht entsprechend Hoffnung. 

Gleichzeitig wird allerdings auch erwähnt, dass 60 % der Angestellten entlassen und die Büroflächen drastisch verkleinert werden mussten. Zusätzlich waren noch 2 Millionen Euro Eigenkapital zwischen April und August 2020 nötig, um das Überleben von DoFinance überhaupt zu sichern. 

Man hat jedoch scheinbar aus der Krise gelernt und Anpassungen im Bereich “Umgang mit Verzügen” gemacht: Kredite, die in Verzug geraten, werden seit Oktober an ein Inkassounternehmen verkauft, was sogar zu einer Senkung der Ausfallrate im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie führte! Die Folge dieser Strategie ist eine schmalere Bilanzsumme und ein besserer Cash-Flow für DoFinance und die Investoren. 

Die Zahlen im Detail

Ein Blick in die Bilanz zeigt zuerst die umfangreiche Vergabe von Krediten zwischen den Firmen der Alfa Gruppe untereinander. Hier werden Gelder, je nach Bedarf, zwischen den Zweigstellen hin-und-her geschoben. Das ist nicht verwunderlich oder negativ zu sehen, macht aber die Bilanz für uns etwas unübersichtlicher. 

Etwa 1,5 Millionen Euro wurden hier vergeben, wobei Zwei Drittel davon an den Kreditgeber in Polen und der Rest nach Indonesien wanderten. Hinzu kommt das Kapital, das an die eigentlichen Kreditnehmer geht, sowie einige kleinere Posten. Insgesamt kommen wir auf der Aktiva-Seite damit auf 5,65 Millionen Euro. 

Auf der Gegenseite begegnen uns erneut Gruppen-interne Kreditvergaben. Auch auf der Passiva-Seite wären keine dramatischen Entwicklungen zu vermelden, wenn da nicht der deutliche Jahresverlust von knapp 1,5 Millionen Euro am Eigenkapital nagen würde!

Durch dieses negative Ergebnis erklärt sich auch sehr schnell das Zuschießen der Eingangs erwähnten 2 Millionen Euro. Da nämlich keine weiteren Rücklagen vorhanden waren, konnte nur so der Verlust des vergangenen Jahres kompensiert werden. 

Das verrät uns die Gewinn-und-Verlustrechnung

Schauen wir uns diesen Verlust im Detail an, sehen wir verschiedene Einflussfaktoren. Dabei zeigt die Gewinn-und-Verlustrechnung aber deutlich auf, dass zu hohe Kosten der hauptsächliche Grund für das schlechte Ergebnis waren. Die umfangreichen Kürzungsmaßnahmen und strengere Richtlinien bei der Kreditvergabe können als direkte Antwort auf dieses Problem gewertet werden. 

Ein weiterer, großer Kostenpunkt sind die Rücklagen für zweifelhafte Forderungen, die für Kreditnehmer nötig sind, die bereits 90 Tage oder mehr im Verzug stehen. Eine Rückzahlung ist in diesen Fällen zwar noch möglich, allerdings erfahrungsgemäß eher unwahrscheinlich. 

Um an diese ausstehenden Beträge zu kommen, nutzt DoFinance aktuell ein Inkassounternehmen, an das diese Forderungen verkauft werden. Das kann in Krisenzeiten sicherlich eine gute Lösung sein; insbesondere dann, wenn man aufgrund massiver Kürzungen selbst nicht die Kapazitäten hat. 

Auf langfristige Sicht empfiehlt es sich jedoch, diese Aufgaben im eigenen Unternehmen durchzuführen, da hier Kosten gespart werden könnten. Zum aktuellen Zeitpunkt scheint die Auslagerung an ein Inkassounternehmen jedoch gerechtfertigt. 

Fazit: Meine Meinung zu den DoFinance Zahlen

Auf den ersten Blick scheint DoFinance im vergangenen Jahr keine gute Figur gemacht zu haben. Der ernstzunehmende Verlust wird jedoch von den sehr rosigen Zukunftsaussichten wieder teilweise kompensiert. 

Das enorme Wachstum in Krisenzeiten lässt auf noch stärkere Zunahmen in der Folgezeit hoffen. Zumindest aber zeigt sich, dass DoFinance keinesfalls in einer schlechten Position für die kommenden Monate ist.

Eingeleitete Schritte, wie die Personalkürzungen und die deutlich verschärften Richtlinien, machen allesamt einen sinnvollen und durchdachten Eindruck. Auch die Tatsache, dass die benötigten Gelder durch einen Eigenkapital-Einschuss der Gründer und Inhaber bewerkstelligt wurde, ist ein sehr positives Signal. 

In Kombination mit der offenen Kommunikationspolitik (die sich zum Beispiel in den hier vorliegenden Zahlen offenbart) gewinnt man hier den Eindruck, dass die richtigen Leute am Steuer sitzen. Die Aussichten für DoFinance scheinen also insgesamt positiv und auf Wachstum zu stehen. 

Garantieren lässt sich solch eine Entwicklung natürlich nicht, denn die sehr hohen Zinsen kommen nicht von ungefähr und sind mit einem gewissen Risiko verbunden. Aktuell scheint die Situation in Anbetracht der äußeren Umstände jedoch günstig. 

Die umfangreichen Maßnahmen, die man bei DoFinance ergriffen hat, könnten das Unternehmen sogar stärker als zuvor aus der Krise hervorkommen lassen. So ist es etwa durchaus möglich, dass die Verzugsquoten unter das Niveau vor der Pandemie sinken – ein Umstand, der Investoren erfreuen dürfte.

Diese Prognosen und Einschätzungen bekommen natürlich erst wirkliche Bedeutung, wenn wir sie mit den Ergebnissen anderer Anbieter vergleichen. Zu diesem Zwecke analysiere ich in jedem Quartal die großen P2P-Plattformen. 

Wie es aktuell im Bereich Privatkredite steht, wer gut abschneidet und von wem du lieber die Finger lassen solltest, kannst du in meinem Beitrag “Mein P2P-Kredite-Rating im Q2 2021” nachlesen.

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