Kuetzal ist insolvent! Was lief falsch und wie es dazu kam

Den betroffenen Anlegern dürfte es schwer fallen, dass Positive an der Insolvenz der P2P/Crowdfunding-Plattform Kuetzal zu sehen. Als Praxisbeispiel kann es uns aber helfen, solche Verluste in Zukunft zu vermeiden. Was lief falsch? Welche Warnsignale gab es? Und was kann man in beim persönlichen Investment besser machen?

Wir haben uns die Pleite genau angesehen und fünf zentrale Punkte entdeckt, die schon vorher Alarmglocken hätten auslösen müssen. 

Wenn du außerdem auf der Suche nach weiteren Warnungen, Tipps, Tricks und guten Investmentmöglichkeiten bist, solltest du einen Blick in unser Forum für Privatkredite werfen. Dort kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und dich jederzeit auf den neuesten Stand bringen. 

Dubios hohe Renditen

Das lukrative Investments nicht frei von Risiko sind, versteht sich von selbst. Wer hohe Renditen kassieren will, muss stets bereit sein, Unsicherheiten in Kauf zu nehmen – egal ob bei Aktien, Kryptowährungen oder anderen Anlagemöglichkeiten. 

Kuetzal hat, selbst für P2P Anbieter, extrem hohe Renditen von 16 bis 21 % pro Jahr versprochen. Klar, dass dies nicht besonders sicher ablaufen kann. Graphisch dargestellt würde das ganze so aussehen: 

Im unteren, linken Quadranten finden wir Staatsanleihen, die mit 0 % verzinst werden, aber eine hohe Sicherheit aufweisen. Wir steigen, sowohl hinsichtlich Risiko als auch Rendite, über andere Anleihen, Aktien und P2P-Kredite zur Finanzierung von kleinen Firmen und letztlich Investments in Start-ups, wo durchschnittlich 18 % erreicht werden können. Und genau hier, im Bereich mit sehr hohem Risiko, war Kuetzal aktiv. 

Anleger wurden dabei durch dubiose Pyramidengeschäfte über ebenso unseriöse Strohmann-Firmen geradezu professionell über den Tisch gezogen. Die Einzelheiten und Hintergründe werden erst Stück für Stück bekannt, aber es scheint sicher zu sein, dass von der Insolvenz nicht viel für die Anleger übrig bleiben wird.

Um solche katastrophalen Investments zu vermeiden, sollten einige Warnsignale beachtet werden, auf die wir im Folgenden genauer eingehen wollen. 

  1. Verdächtig hohe Zinsen

Der erste Punkt ist eigentlich selbsterklärend, aber muss dennoch immer wieder erwähnt werden: Wenn extrem hohe Zinsen versprochen werden, ist entweder auch das Risiko, alles zu verlieren, extrem hoch, oder es geht nicht mit rechten Dingen zu. 

Anleger werden immer wieder von hohen Renditeversprechen gelockt, obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass diese Angebote zu gut sind, um wahr zu sein. Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt hier sehr schnell, ob es sich bei solchen Produkten überhaupt um ordentliche Anlagemöglichkeiten handeln kann.

So wurden bei Kuetzal Zinsen jenseits der 20 % angeboten – unfassbar lukrative Investments, könnte man also annehmen. Die Mitbewerber von EstateGuru etwa kommen hingegen nur auf die Hälfte bis maximal 12 Prozent. Schon hier wird aber auf die Gefahren hingewiesen, sodass ein doppelt so hohes Angebot, wie das von Kuetzal, sofort Grund zum Zweifeln gibt.

  1. Hochriskante Projekte

Im Portfolio von Kuetzal fanden sich Projekte, die aufgrund ihrer Eckdaten schon mehr als verdächtig waren. Dazu zählten etwa Geschäftsfelder, die nur in der Theorie existieren. Angebote, die etwa auf “Pyrolyse” setzen, klingen erst einmal spannend. Tatsächlich gibt es aktuell aber kein Unternehmen, das diese hochkomplexe Technologie gewinnbringend einsetzen kann. 

Das hat die entsprechenden Personen natürlich nicht davon abgehalten, vollmundige Angebote für ihr angeblich hocherfolgreiches Pyrolyse-Geschäft zu inserieren. Solche und ähnlich abstruse Investmentmöglichkeiten waren auf der Plattform immer wieder zu finden. 

Um solche Geldgräber zu vermeiden, kann ein gewisses Mindestmaß an Recherche helfen. Eine Prüfung der Unternehmensdaten und Informationen sollte zum grundlegenden Vorgehen gehören, bevor Kapital eingesetzt wird. Oft lassen sich hier unrealistische Szenarien schnell entdecken. 

Kein Anleger kann jede Branche, Industrie und jedes Geschäftsmodell kennen. Man sollte sich daher nicht zu fein sein, sich in ein Thema erst – zumindest grob – einzulesen, bevor man eine Entscheidung zum Investment trifft.

  1. Betrügerische Angebote

Ähnlich verhält es sich mit Projekten, die gar nicht existieren oder von Anfang darauf ausgelegt waren, den Anlegern das Geld aus den Taschen zu ziehen. Dazu zählen etwa Angebote, deren Daten massiv frisiert wurden oder ganze Unternehmen, die es niemals gegeben hat. 

So fanden sich bei Kuetzal Firmen, deren gesamter Auftritt aus Bildern und Texten anderer Unternehmen zusammenkopiert war. Auch hier hätte eine Reverse-Image Suche oder eine kurze Google Suche sofort deutlich Warnsignale produziert. 

Zu den typischen Merkmalen betrügerischer Projekte zählen etwa, wenn das angepriesene Unternehmen keine Steuern zahlt, keine oder kaum Mitarbeiter hat, oder der Unternehmenswert und die angefragte Kreditsumme extrem weit auseinanderliegen. 

Das Kuetzal solche Projekte überhaupt auf seine Plattform gelassen hat, muss dabei nicht zwingend böswillig oder in betrügerischer Absicht geschehen sein: Ebenso wahrscheinlich ist es, dass hier einfach zu wenig oder gar nicht geprüft wurde und man lediglich schlechte Arbeit geleistet hat. Für die betrogenen Investoren macht dies jedoch leider keinen Unterschied. 

  1. Das Kleingedruckte

Kaum jemand liest wirklich die AGBs, aber manchmal sollte man es eben doch tun: Hier sagt Kuetzal ganz klar, dass sie keine Due Dilligence hinsichtlich der Qualität der Projekte durchführen. Der Plattformbetreiber spricht sich hier also selbst von der Pflicht frei, die angebotenen Investments ordentlich zu prüfen. 

Hier sehen wir, schwarz auf weiß, dass quasi jedermann, ohne entsprechende Prüfung, sein Projekt zur Finanzierung auf Kuetzal anbieten kann. Das schließt alle Arten von Betrügern mit ein. Und als ob das nicht reichen würde, behält sich die P2P-Plattform vor, jederzeit Änderungen durchzuführen oder den Laden einfach dicht zu machen. 

Ja, richtig gelesen: unter Punkt 1.7 und 1.8 der letzten AGBs steht klar, dass man weitere Regelanpassungen durchführen oder den Betrieb jederzeit einstellen könnte. Was dies für das Kapital der Anleger bedeutet hätte, bleibt unklar – verspricht aber nichts Gutes. 

Ein Blick in die Geschäftsbedingungen, so trocken dieser auch sein mag, kann sich also lohnen!

  1. Das Drumherum

Viel lässt sich auch über eine P2P Plattform in Erfahrung bringen, ohne diese überhaupt zu besuchen: Die Nachrichten etwa, die über einen Anbieter zirkulieren, können uns ein gutes Bild über den Zustand liefern. Im Falle Kuetzal fielen diese bereits recht früh denkbar schlecht aus. 

Den Höhepunkt bildete dann, kurz vor der Insolvenz, eine Anzeige durch die ECN gegen den Anbieter. Durch seine besondere Hybridform zwischen P2P und Crowdfunding war Kuetzal Teil einer etwas anderen Sphäre innerhalb der Finanzwelt; auch andere Unternehmen werden jedoch in den einschlägigen Finanzblogs und Nachrichtenseiten behandelt.

Hinzu kommt noch die Möglichkeit, in unserem Forum für Privatkredite oder anderen Quellen die Meinungen von tatsächlichen Anlegern, Interessenten und Experten einzuholen. Zwar kann in solchen Fällen nicht auf die Aussage einer einzelnen Person vertraut werden, aber wenn sich negative Berichte häufen und positive Meinungen rar gesät sind, ist die Antwort schnell klar. 

So geht es besser

Anhand dieses Negativbeispiels lassen sich einige elementare Punkte ableiten, die Investoren beachten sollten. So ist eine Prüfung des Projektes, das in Betracht kommt, stets zu empfehlen. Dabei ist es wichtig, die Recherche nicht nur auf die Informationen zu beschränken, die auf der jeweiligen P2P-Plattform angeboten werden.

Zu korrekten, nicht-betrügerischen Investments finden sich weiterführende Daten. Unternehmenswebseiten, Mitarbeiter mit entsprechenden LinkedIn Profilen, Steuer und Finanzdaten…  ist hier irgendwo eine Diskrepanz festzustellen, sollte sich das Investment besser zweimal überlegt werden.

Häufen sich solche Angebote, wirft dies ein schlechtes Licht auf die P2P-Plattform selbst. Deckt sich dieses negative Bild dann auch noch mit den Aussagen und Erfahrungen anderer Anleger, ist das Urteil klar: Nicht investieren, bereits eingebrachtes Kapital schnellstmöglich abziehen und lieber einen anderen Anbieter suchen!

Unsere Empfehlungen

Das Desaster mit Kuetzal kann abschreckend wirken; tatsächlich sind die Erfahrungen der meisten Anleger im Bereich Privatkredite jedoch positiv. Das liegt vor allem an großen, fachmännisch verwalteten Plattformen wie Mintos, EstateGuru oder Bondora. Letztere gilt als überdurchschnittlich sicher, ohne das man dabei auf eine ansprechende Rendite verzichten müsste. Wir haben Bondora, und sein “Go and Grow” Programm ausgiebig untersucht um dir so den Ein- (oder Um-) Stieg zu erleichtern. 

Bist du der Meinung, dass sich der Start bei Bondora für dich lohnt, solltest du auf diesen Link klicken. Er bringt dich nicht nur zur passenden Anmeldeseite – du erhältst sogar noch einen 5 € Startbonus!

Auch Mintos ist ein Anbieter, den wir getrost empfehlen können. Das sehen auch andere Anleger so: die Firma ist nicht umsonst Marktführer im P2P-Bereich. Du kommst hier direkt zur Anmeldung.

Eine weitere Plattform, die einen sehr guten Ruf genießt, ist EstateGuru. Hier werden hauptsächlich Kredite für Immobilien finanziert – ein sehr spannendes und lukratives Feld! Auch hier kannst du mit einem Klick direkt loslegen.

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