Lohnen sich Kredite aus Nicht-EU-Ländern?

Lohnen sich Kredite aus Nicht-EU-Ländern?

Auch bei P2P-Krediten geht noch “mehr”. Wem die bis zu 12 % Rendite, die wir innerhalb Europas erzielen können, nicht ausreichen, der kann auch in andere Märkte investieren und noch mehr verdienen. Wie bei jeder Anlageform bedeutet eine höhere Verzinsung aber meist auch ein höheres Risiko. 

Zu den beliebten Nicht-EU-Ländern für Privatkredite zählen insbesondere Russland, Kenia und Georgien. Grund genug für uns, diese Optionen einmal genauer zu betrachten und herauszufinden, ob sich der Einstieg hier lohnen kann.

Wenn du noch auf der Suche nach zusätzlichen Informationen bist oder weitere Anlagetipps haben möchtest, empfiehlt sich außerdem ein Besuch in unserem Forum für Privatkredite. Dort kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und den einen oder anderen Trick dazulernen. 

Die Ausgangslage

Nationen wie Georgien, Kenia, Russland…. gelten oft als “weniger entwickelt” oder spielen nur in einzelnen Disziplinen auf der Weltbühne mit. Viele dieser Länder verfügen zum Beispiel über einen gut ausgebauten Tourismussektor oder glänzen bei der Förderung von Bodenschätzen, haben aber in der Regel nur einen sehr lückenhaften Finanzbereich. P2P-Anbieter treffen daher auf eine sehr hohe Nachfrage und können hier oft sehr erfolgreich agieren. 

Gleichzeitig ist die sichere Vergabe von Privatkrediten schwieriger: Prüfmechanismen und Nachvollziehbarkeit sind meist weniger gegeben, als wir dies von europäischen Kreditgebern gewohnt sind – und das soll keineswegs heißen, dass im EU-Markt alles vorzüglich abläuft. Schon hier reicht es oft nicht einmal zu einem Audit, bevor Investoren gesucht werden. 

Zu den Gefahren der weiter entfernten Standorte zählt außerdem, dass wir in der Regel die Nation und ihren Markt nicht gut kennen. Wir sind hier auf die Informationen des Kreditgebers und die meist unzureichenden Daten angewiesen, die wir in einer persönlichen Online-Recherche finden können. 

Das Problem mit der Währung

Mintos, als größter P2P-Broker, bietet uns die Möglichkeit, in die drei Erwähnten sowie weitere weniger entwickelte Nationen zu investieren. So einfach dies über eine zentrale Online-Plattform auch ist, bleibt dennoch das Problem der Währungen bestehen: Wer in georgischen Lari oder russischen Rubeln anlegen will (und das ist in diesem Fall unumgänglich), muss das Kapital auf Mintos selbst wechseln. 

Dafür werden Gebühren zwischen 0,5 und 2 % erhoben, die letztlich direkt unsere Rendite schmälern. Diese Kosten entstehen, zu allem Überfluss, natürlich auch beim Zurücktauschen am Ende des Geschäfts, sodass wir effektiv doppelt zur Kasse gebeten werden bzw. unsere Verzinsung doppelt leidet.

Es kann hier generell Entwarnung gegeben werden: trotz dieser Zusatzkosten ist es durchaus möglich, mit Nicht-EU-Krediten mehr zu verdienen, als mit “heimischen Varianten”. Man sollte diese Gebühren jedoch stets im Blick zu behalten, um am Ende eines erfolgreichen Privatkredites keine böse Überraschung zu erleben.

Ganz anders sieht dies jedoch bei den Kursentwicklungen verschiedener Währungen aus. Investiert man nämlich in, zum Beispiel: Russland, geschieht dies in der Landeswährung Rubel. Sinkt diese in ihrem Kurs, sinkt auch der Wert unseres Investments dort. Diesen Verlust nehmen wir anschließend, beim Rücktausch in Euro etwa, voll mit. Umgekehrt würde ein Anstieg der örtlichen Zahlmittel sich positiv auf unsere Rendite auswirken. 

Dies wird durch den Umstand verschleiert, dass die Kredite auf Mintos in Euro notiert werden. Daraus zu folgern, ein Währungsverfall wäre für den Investor irrelevant, ist jedoch verfrüht: Die Entwicklungen der Landeswährung betreffen den jeweiligen Kreditgeber und seine Kunden nämlich direkt (Veränderungen in der Wirtschaft) und wirken sich somit auch auf unsere Renditen und Ausfallquoten aus. 

Zudem besteht stets die Gefahr drastischer Maßnahmen der jeweiligen Regierungen. Es ist schon des Öfteren vorgekommen, dass eine Währung, nachdem sie durch galoppierende Inflation quasi wertlos wurde, einfach neue aufgesetzt wurde. Aufgrund der hohen Volatilität der jeweiligen Zahlmittel und der gesamten Wirtschaft insgesamt, sind solche Schritte keine Seltenheit und ihr Effekt für Investoren potenziell dramatisch.

Unsere Einschätzung

Investitionen in “exotische Märkte” beinhalten definitiv ein deutlich höheres Risiko. Wie bei allen riskanten Anlageformen muss jeder für sich entscheiden, ob die höhere Rendite diese Gefahren rechtfertigt. Die oft nur spärlichen vorhandenen Informationen zum Kreditgeber hinterlassen in jedem Fall einen faden Beigeschmack und dürften viele Anleger abschrecken. 

Auch die Besonderheiten der jeweiligen Märkte und die Probleme, die mit den Landeswährungen bzw. ihrem meist konstanten Verfall vonstattengehen, senken die Attraktivität dieser Angebote nochmals deutlich. Zuletzt muss auch die Gebühr für den Wechsel zwischen den einzelnen Währungen erwähnt werden, die unsere Rendite stark belasten kann. 

All diese Negativpunkte stehen natürlich einer sehr attraktiven Rendite gegenüber, sodass man diese Möglichkeit nicht pauschal als “ungeeignet” bewerten sollte. Für Anleger, die noch einen riskanteren Teil ihres ansonsten bereits gut diversifizierten Portfolios suchen, kann dies genau die richtige Wahl sein. 

Weitere Empfehlungen

In unserem Text sind wir speziell auf die Angebote der Plattform Mintos eingegangen. Das ist nicht verwunderlich, denn es handelt sich hierbei um den Marktführer in Sachen P2P-Kredite. Wie es als Anleger aber wirklich aussieht und was man tatsächlich verdienen kann, haben wir in unserem Beitrag “Meine Rendite bei Mintos nach 5 Jahren” für dich zusammengefasst. 

Bist du nun neugierig geworden und möchtest selbst bei Mintos durchstarten, empfiehlt sich ein Klick auf diesen Link. Er bringt dich direkt zur passenden Anmeldeseite.

Etwas weniger Rendite, aber durch ein leicht verändertes Konzept auch weniger Risiken bietet Bondora mit seinem Go and Grow Programm. Auch hier kannst du dich mit einem Klick direkt anmelden und erhältst sogar noch 5 Euro Startprämie!

P2P-Kredite sind nicht so dein Ding? Du magst es lieber “klassisch” und interessierst dich für Aktien und ETF-Sparpläne? Dann könnte TradeRepublic der perfekte Broker für dich sein! Denn dort kannst du kostenlos investieren. Mit diesem Link kann es direkt losgehen.

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