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Neue AGBs und Kosten bei Mintos

Wenn eine große Plattform wie Mintos ihre AGBs ändert, ist das oft noch kein Grund zur Sorge. Wenn aber auch die Kosten angepasst werden, sollten Investoren hellhörig werden. Und wenn das Ganze auch noch inmitten einer globalen Krise passiert, dann muss man sich wohl auf den ein oder anderen Schock gefasst machen. 

Wieso die Anleger künftig schlechter dastehen und wie genau diese Nachteile aussehen, habe ich im Folgenden für dich zusammengefasst. 

Wenn du dich für solche und weitere Informationen interessierst oder auf der Suche nach Tipps und Tricks rund um den P2P Markt bist, kann ich dir darüber hinaus auch unser Forum für Privatkredite empfehlen!

Kannst du dir unter dem Namen bisher “Mintos” noch nichts vorstellen, habe ich hier außerdem einen Beitrag, in dem alles Wichtige zur größten Private-Lending Plattform erklärt wird.

Das ist Neu

Befeuert durch die eindeutig verbesserungsfähige Kommunikationspolitik vonseiten Mintos, entstand kurz nach Veröffentlichung der neuen AGBs schnell großer Unmut unter den Investoren. Insbesondere der neue Absatz 10.4. ist dabei der Stein des Anstoßes. 

Unter diesem Punkt heißt es nämlich, dass künftig nicht mehr Mintos, sondern der Investor die Kosten trägt, die bei der Rückholung eines Kredites entstehen können. Dies umfasst zum Beispiel die Gebühren im Falle einer Restrukturierung der Kredite oder einfach die Ausgaben für das “Geld eintreiben” durch eine externe Firma. Hat also ein Kreditgeber Zahlungsprobleme und muss Mintos hier Rechtsmittel einlegen, übernehmen diese Aufwände künftig die Investoren. 

Insbesondere die Formulierung “Reasonable Costs” ist im Originaltext besonders kritisch zu betrachten: hier wurde bewusst unscharf formuliert, um Mintos die Kosten im Zweifel eher für sich auslegen lassen zu können. Das Unternehmen befreit sich damit neuerdings von solchen Kosten, behauptet in einer Pressemeldung jedoch, derartige Situationen schon immer so gehandhabt zu haben. Eine streitbare Behauptung, die ich verneinen würde: eine solche Klausel konnte ich in den bisherigen AGBs nirgendwo entdecken!

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Klare Kostenaufstellung – eine deutliche Verbesserung

Nun stellt sich die Frage, ob eine sogenannte “Nachschusspflicht” besteht, also ob ein Anleger die rechtlichen Gebühren noch zusätzlich bezahlen muss, obwohl er bereits Geld investiert hat. Wer auf der Suche nach Antworten ist, stolpert schnell über den neuen Punkt 10.5. Hier wird detailliert aufgelistet, wer künftig welche Kosten zu tragen hat. Während man sich über die Zuordnung sicherlich streiten kann, ist die Tatsache, dass nun erstmals klare Zuständigkeiten definiert wurden, schonmal eine große Verbesserung. 

Schauen wir uns nun einmal an, wer eigentlich wann bezahlt wird: 

  • Zuerst, und das ist nicht überraschend, wird Mintos selbst bezahlt. Versorgt sich ein Kreditnehmer über Mintos mit Geld, muss er natürlich auch für die Gebühren dieses Marktplatzes aufkommen. 

  • Weiter wird eine Firma entlohnt, die sich gegebenenfalls um die Eintreibung des Kredites kümmern muss. Auch das ist logisch, denn nur so haben wir die Chance, das Investment zurückzuerhalten, wenn der Kreditnehmer zum Beispiel pleite gegangen ist. 

  • Drittens werden die Rechtskosten gezahlt, die aus den Regelungen von 10.4. heraus entstehen können. Dabei wird der exakte Betrag übernommen. Es bleibt jedoch an dieser Stelle unklar, ob Mintos selbst zuerst für diese Aufwände einsteht und anschließend von den Investoren zurückfordert, oder die Anleger direkt einspringen müssen. 

  • Von dem, was bis hierhin übrig bleibt, werden anschließend Zinsen und Tilgungen an die Investoren ausgezahlt. 

  • Als Fünftes wird nun der Rückkauf finanziert, wobei die älteren Kredite zuerst an der Reihe sind

  • Im Anschluss werden Zinsen für ausstehende Zahlungen an Investoren geleistet. Musste ein Anleger also länger auf sein Geld warten, hat er an diesem Punkt die Chance, dafür entsprechend vergütet zu werden. 

  • Als Letztes erfolgt dann noch eine Strafgebühr an Mintos für die verzögerte Zahlung.

Damit endet der “Zahlungs-Wasserfall”. Es zeigt sich hierbei, dass keine Tilgung zurückkommen kann, bevor nicht mindestens die Rechtskosten bezahlt sind. Dadurch ist Mintos künftig besser abgesichert; die Anleger haben nun aber ein größeres Risiko, bei Ausfällen in die Röhre zu schauen. 

Über diese neuen Regelungen kann man sicherlich verärgert sein; positiv ist jedoch hervorzuheben, dass nun immerhin Klarheit herrscht. Eine solche Aufstellung der Zahlungsreihenfolge gab es nämlich bisher nicht. 

Grundsätzlich haben die Investoren an dieser Stelle die Möglichkeit, diese Änderungen mitzutragen oder ihnen zu Widersprechen. Natürlich hat eine solche Verweigerung entsprechende Konsequenzen, die ich im folgenden genau beleuchtet habe: 

Was passiert bei Widerspruch?

Um die Zustimmung zu den geänderten AGBs zu verweigern, reicht eine E-Mail an support@mintos.com aus, in der eine Kündigung des Kontos zum 12.08.2020 (dem Startdatum der neuen AGBs) angegeben wird. Der Zugriff wird dadurch gesperrt, da ja keine Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen mehr gegeben ist. Die monatlichen Zahlungen werden entsprechend weitergeleitet. 

Wer diesen Weg geht, steigt inmitten einer Krise aus und verpasst damit den eventuell einsetzenden Aufschwung, wenn dieses Tal überwunden ist. Ich persönlich halte dies daher für den wirtschaftlich schlechtesten Zeitpunkt zur Beendigung des Mintos-Investments. 

Widerspricht man den neuen Regelungen hingegen nicht, also akzeptiert sie stillschweigend, läuft das eigene Konto weiter wie gehabt. Mintos wählt den Zeitpunkt für die Änderung sehr geschickt: dank der – trotz Krise – guten Performance warten die Investoren bereits gespannt auf die Ergebnisse, wenn es nach Covid-19 wieder bergauf geht. Wer hingegen jetzt aussteigt, verpasst diese Chance. Vielen Investoren wird die Kündigung daher sehr schwerfallen. 

Schlussgedanke

Wie mit diesen neuen Regelungen umzugehen ist, muss selbstverständlich jeder Anleger für sich entscheiden. Ich, persönlich, werde weiterhin bei Mintos bleiben und abwarten, wie sich die neuen Kostenmodelle tatsächlich auswirken. Gleichzeitig werde ich jedoch auch nicht mehr als bisher investieren und stattdessen vorerst bei anderen Plattformen und an anderen Stellen mehr Geld anlegen. 

Denn natürlich gibt es auch noch andere interessante P2P Anbieter, die trotz Krise ebenfalls gut dastehen. 

In meinen anderen Beiträgen habe ich zum Beispiel EstateGuru genau unter die Lupe genommen. Hier war die aktuelle Situation kein Grund, die Investoren mit neuen AGBs zu schocken…

Auch Bondora, eine der größten Plattformen auf dem Markt, macht eine gute Figur. Dieses Unternehmen habe ich ebenfalls detailliert betrachtet. 

Wenn du trotz der neuen AGBs bei Mintos einsteigen willst und von der immer noch ansprechenden Verzinsung profitieren willst, kannst du dazu ganz einfach diesem Link folgen.

Ist stattdessen die Konkurrenz von Bondora eher für dich interessant, kannst du mit 5 € extra Startguthaben loslegen. Folge dazu einfach diesem Link. 

Und wenn du mit dem Gedanken spielst, bei EstateGuru einzusteigen, kannst du diesen Link nutzen, um direkt loszulegen. 

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