Risikokategorien von Bondora für Investoren erklärt! I P2P-Wissen

Bondora macht es dir mit seinen Risikokategorien einfach, den passenden P2P Kredit zu finden. Dennoch ist es wichtig zu wissen, was diese Informationen bedeuten und wie du sie korrekt einsetzt. 

Wenn du an derartigen Tipps und Hilfen interessiert bist, ist unser kostenloses Forum für Privatkredite wie gemacht für dich. Dort kannst du dich mit anderen Investoren austauschen, neueste Informationen erhalten oder nützliche Tricks dazulernen. 

So hilft dir Bondora

Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist Bondora daran interessiert, dass dein Investment auf der Plattform gut verläuft – denn du sollst ja künftig noch mehr investieren und ein Kapital nicht einfach wieder abziehen. 

Daher greift man dir mit einem eigenen Bewertungssystem der Kreditnehmer unter die Arme. Dieses soll dir dabei helfen, das jeweilige RIsiko abzuschätzen, auf das du dich im Falle eines Investment einlässt. 

Zusammen mit den zu erwartenden Zinsen kannst du anschließend eine fundierte Entscheidung treffen und das jeweilige Risiko in Kauf nehmen – oder eben nicht. Denn Bondora bietet dir aktuell keine Rückkaufgarantie, die dich im Ernstfall absichert!

Um diesen Umstand zu kompensieren, hilft uns der Risiko-Algorithmus. Den wollen wir uns nun genau anschauen, um sicherzugehen, dass dein Investment bei Bondora ein voller Erfolg wird!

Das Bewertungssystem

Von den großen Rating-Agenturen sind wir ein System aus 22 Kategorien gewohnt. In den Medien begegnen uns dazu meist Meldungen wie “Land XY von AAA auf AA+ heruntergestuft!” Diese Angaben richten sich aber primär an professionelle Anleger, denn kaum ein Laie könnte den Unterschied zwischen einem BB+ und einem BBB+ Bond erklären… 

Bondora hat, auf ihrer Basis, 8 eigene Level eingeführt, um das Risiko eines konkreten Investments zu bewerten. Diese bieten auch einen tatsächlichen Mehrwert und zeigen uns klar, wie es um das Risiko eines Kredits steht. 

Dadurch wird nämlich die Aufgabe der Einschätzung einer konkreten Ausfallgefahr von uns Anlegern zu Bondora übertragen. Da diese, als riesige Plattform, natürlich mehr Erfahrung und Kennzahlen zur Verfügung haben, bedeutet das eine akkuratere Bewertung. 

Die Bewertungsfaktoren

Zu den Faktoren, anhand derer Bondora das Risikopotenzial eines Kredits einschätzt, gehört zuerst die hausinterne Erfahrung. Damit sind bisherige Interaktionen mit dem jeweiligen Kreditnehmern gemeint. 

Hat dieser schon einmal einen Kredit bei Bondora aufgenommen, wird dieser Umstand sowie alle wichtigen Eckdaten natürlich aufgezeichnet. Diese Informationen fließen in die Bewertung des zukünftigen Risikos mit ein. 

Hinzu kommen dann noch regionale Informationen: so erhalten etwa Kunden aus Finnland eine andere Einstufung als solche aus Spanien. Auch hier werden historische Daten genutzt, nur eben aus dem jeweiligen Land statt zu einem konkreten Kunden. 

Daneben gibt es aber auch Drittanbieter, die Kundendaten bereithalten. Man kann sich das etwa wie die deutsche Schufa vorstellen, nur eben aus anderen Nationen. Auch auf diese Informationen hat man Zugriff und nutzt sie ausgiebig. 

Zinsen vs. Risiko

Wenn das Risiko eines Ausfalls steigt, gibt es für uns Anleger höhere Zinsen. Das ist ein Grundkonzept der Finanzwelt, denn nur so können die Kreditnehmer Investoren dazu bringen, in solchen Fällen ihr Geld zu verleihen. 

Auch bei Bondora ist das nicht anders. Interessant ist jedoch ein Blick auf das Profil der Kredite und ihr Verhältnis von Risiko und Zinssatz. Denn die schlechtesten Angebote mit dem höchsten Ausfallrisiko zahlen auch die höchsten Zinsen (über 25 %), bringen uns am Ende des Tages aber keine deutlich höhere Rendite.

Denn aufgrund der sehr hohen Ausfallrate in der Kategorie “HR” können wir zwar mit Verhältnismäßig hohen Einnahmen (Expected Return) rechnen, verglichen mit der Interest Rate bleibt unser Gewinn aber überschaubar. 

Das bedeutet für uns: Wenn wir im High-Risk-Bereich investieren wollen, kann sich das am Ende lohnen; ein verhältnismäßig großer Teil unserer Kredite wird jedoch ausfallen, sodass wir ein dickes Fell brauchen, um diese kurzfristigen Verluste auszuhalten. 

Legen wir hingegen in Kredite an, die Bondora als AA einstuft, werden wir niedrigere Renditen erzielen. Im Gegenzug werden aber auch Zahlungsausfälle die Ausnahme bleiben. Insgesamt hat diese Variante keinen so starken “Glücksspiel”-Aspekt. 

So berechnen wir unsere Rendite in der Praxis

Um unsere Rendite zu berechnen und somit zu ergründen, ob sich unser Investment überhaupt lohnt, müssen wir zuerst einen Wert namens “Expected Loss” bestimmen. Hierfür nutzen wir die – auf den ersten Blick etwas umständliche – Formel: EL% = PD*LGD*EAD%

Für unseren Expected Loss in Prozent nehmen wir zuerst unseren PD, den Probability of Default Wert, zur Hand. Dieser beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls und wird aus den Daten zum jeweiligen Kunden ermittelt (Kredithistorie, Land usw).

Wir multiplizieren ihn anschließend mit dem Loss-Given-Default, der uns sagt, wie viel tatsächlich verloren ist, wenn ein Kunde zahlungsunfähig wird. Bondora hat diesen Wert für neue Märkte zum Beispiel auf 90 % festgelegt. 

Der letzte Faktor, mit dem wir multiplizieren, ist der EAD, der Exposure-At-Default Wert. Er sagt lediglich aus, wie viel des Kredits und der Zinsen noch ausstehen, da bereits Zahlungen eingetroffen sein könnten. 

Haben wir unseren Expected Loss Wert in Prozent ermittelt, ziehen wir ihn von den Zinsen ab und haben direkt unseren Expected Return, also unsere Rendite, herausgefunden. 

Mein Fazit: Das bringen die Risikokategorien

Da Bondora keine Rückkaufgarantie bietet, ist die Prüfung der jeweiligen Kredite für uns umso wichtiger. Jedes Hilfsmittel, dass uns dabei unterstützt, Ausfälle zu vermeiden, ist dabei natürlich herzlich willkommen!

Die Risikokategorien sind genau eine solche Hilfe und für uns Anleger daher ideal. Sie lassen sich leicht verstehen und selbst die zugrundeliegenden Berechnungen sind verhältnismäßig einfach zu durchschauen. 

Ob du dich auf die Informationen, die Bondora hier bereitstellt verlassen und anhand der Kategorien investieren möchtest, ist letztlich natürlich deine persönliche Entscheidung. Ich empfinde sie jedenfalls als ausreichend, um die Basis meines Bondora-Portfolios zu bilden. 

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