ETF Suche: So analysierst und findest du die besten ETFs!

Die Suche nach den besten ETFs kann eine große Herausforderung sein. Umso wichtiger daher zu wissen, welche Kennzahlen und Aspekte wir beachten sollten. Kein Problem! Wir schauen uns heute genau an, wie wir einen ETF-Kandidaten analysieren können!

Wenn du an solchen Tipps und Tricks interessiert bist oder Fragen zu Finanzthemen hast, solltest du außerdem in unserem Forum für Privatkredite vorbeischauen. Dort kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und sicher noch etwas dazulernen!

Wie finde ich die besten ETFs?

In Deutschland können wir aus über 1.500 zugelassenen ETFs auswählen – ein richtiger Luxus, der uns aber auch vor Probleme stellt. Denn in diesem Meer an Produkten gilt es, den passenden Kandidaten zu finden. 

Wie man das am besten anstellt, wollen wir heute genauer untersuchen. Dazu nutzen wir maßgeblich zwei kostenlose Suchmaschinen für ETFs: justETF und die Seite TrackingDifferences.com.

Hier erhalten wir allerdings eine Fülle an Informationen zu allen ETFs, aus denen Laien (und manchmal selbst die Profis) nur schwer eine Meinung bilden können. Wir wollen die Auswahl daher heute an zwei Praxisbeispielen durchgehen.

Praxisbeispiel: Die Auswahl eines Welt-ETF

Da ETFs “nur” einen Index nach vorgefertigten Regeln nachbilden, sind sie in der Regel deutlich günstiger als Fonds oder andere, manuell gesteuerte Finanzprodukte. Das bedeutet jedoch nicht, dass du automatisch den günstigsten Preis erhältst oder einfach blind einen ETF auswählen kannst!

Wir wollen daher die Analyse eines ETF-Kandidaten anhand eines konkreten Beispiels betrachten: der Kauf eines MSCI World ETFs. Dazu begeben wir uns direkt auf die Startseite von justETF und klicken anschließend auf “ETF Suche”: 

Ganze 1559 Produkte erwarten uns, wenn wir keinerlei Filter anlegen. Nutzen wir “MSCI World” als Suchbegriff, werden uns erwartungsgemäß alle Produkte dieser Bezeichnung angezeigt. 

Die drei wichtigsten Kriterien

Neben dem Betreiber des ETF gibt es allerdings noch andere, wichtige Aspekte, die ich einstellen möchte: So kommen für mich persönlich nur ausschüttende Produkte infrage. Das bedeutet, wenn es eine Dividende gibt, soll diese an mich gehen und nicht wieder reinvestiert werden.

Dies bringt zum Beispiel den Vorteil, mein Portfolio leichter ausbalancieren zu können: Wächst der MSCI World in meinem Depot zu stark an und nimmt einen zu großen Posten ein, kann ich die Dividende einfach in ein anderes Produkt investieren. 

Ein weiterer Punkt, den ich als sehr wichtig erachte, ist eine Mindestgröße von 100 Millionen Euro. Die Rentabilität für den Betreiber kann bei kleineren Summen nämlich durchaus zweifelhaft sein und zu einer Schließung führen. 

Der dritte Aspekt ist die sogenannte Replikationsmethode. Hier stehen uns zur Auswahl:

  • Vollständig

Bei dieser Methode werden sämtliche Titel des Indexes nachgekauft. Das betrifft, im Falle unseres MSCI World, auch die kleinsten Aktien rund um die Welt, für die meist eine hohe Transaktionsgebühr fällig werden würde. 

  • Sampling

Auch hier werden (fast) alle Aktien nachgekauft; die Allerkleinsten bleiben jedoch außen vor, was erhebliche Kosten spart. 

  • Swap basiert

Hier gibt es einen Swap-Kontrahenten (meistens eine Bank), der verpflichtet ist, die Performance des Indexes täglich bereitzustellen. Dabei haben wir als Anleger ein geringes Risiko, weshalb ich diese Variante nur nutze, wenn der Kostenvorteil wirklich groß ist. 

Mein persönlicher Favorit ist hierbei die Sampling-Methode, da sie den besten Kompromiss aus Kosten und Risiken darstellt. 

Filtern und Auswahl

Nach dem Einstellen unserer Kriterien hinsichtlich Größe, Ausschüttung und Replikation bleiben uns noch 4 ETFs in den Suchergebnissen übrig: 

Natürlich gibt es auch hilfreiche Filter, die wir nun einsetzen können, um zum Beispiel anhand der Total Expense Ratio (TER), also den Kosten, zu sortieren. Das Ergebnis ist hier schnell klar: Der ETF von HSBC ist mit 0,15 % pro Jahr am günstigsten.

Sortieren wir hingegen anhand der Performance, sollten wir ungefähr gleiche Ergebnisse bei allen Kandidaten erwarten – immerhin bilden sie den gleichen Index nach! Dennoch finden wir einige Unterschiede zwischen dem Besten (Xtrackers, 7,28 %) und dem Schlechtesten (iShares, 6,93 %) MSCI World ETF. 

Nun wird es aber Zeit für die Detailanalyse der vier ETFs. Hierbei interessieren wir uns besonders für die ISIN, die ein Finanzprodukt international identifiziert, sowie die WKN, die deutsche Wertpapierkennnummer.

Das ist zu beachten

Auf der Suche nach dem besten ETF müssen wir beachten, das nicht alle Informationen, die wir im Internet finden, automatisch korrekt sind. Insbesondere die Daten auf justETF werden ohne Gewähr gegeben und müssen im Zweifel noch einmal gesondert recherchiert werden. 

Umso wichtiger ist es daher, anhand der ISIN oder WKN den exakten ETF zu finden und das dazugehöre Factsheet vom Betreiber zu erhalten. Nur diese Informationen sind letztlich verlässlich und sollten die Basis für unsere Wahl sein. 

Denn es finden sich schnell kleinere – und manchmal auch größere – Abweichungen, veraltete oder schlicht fehlende Daten. Das betrifft auch Seiten und selbst Broker, die ansonsten sehr professionell auftreten. Die Verbindlichkeit der Informationen ist daher bei der ETF-Entscheidung enorm wichtig. 

Durch das Abgleichen einiger Schlüssel-Zahlen (zum Beispiel der jährlichen Performance) können wir sichergehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Bei auffälligen Abweichungen sollten wir lieber die Finger von diesem Angebot lassen. 

Wo und wie investiert mein ETF?

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Analyse der Arbeitsweise des ETF. Dazu zählt zum Beispiel die Frage, in welchen Regionen wie stark investiert wird. Stellen wir etwa eine Verklumpung fest, kann das gegen den Kauf sprechen. 

Unser Beispiel MSCI World ist beispielsweise besonders stark in den USA vertreten. Bin ich hier jedoch bereits umfassend investiert, macht sich dieser ETF vielleicht weniger gut in meinem Portfolio. Denn ein zu starker Fokus auf eine einzelne Region bringt erhebliche Risiken im Falle des nächsten Crashes. 

Das gleiche Konzept gilt auch bei den Branchen, wo eine zu starke Verklumpung auf Finanzen, IT, Öl- und Gas … negativ zu sehen ist. Auch hier solltest du darauf achten, das der ETF in dein aktuelles Portfolio passt. 

Hast du diese Informationen im Factsheet/den Detailinformationen zum ETF überprüft und keine Gründe entdeckt, die gegen den Kauf sprechen, kannst du mit den weiteren Punkten fortfahren. 

Kosten und Tracking Difference

Die Kosten eines ETF scheinen auf den ersten Blick recht einfach aufgebaut zu sein: Die TER (Total Expense Ratio) Gebühr in % ist pro Jahr zu zahlen, wenn man investieren will. Sie wird jedoch maßgeblich durch die Tracking Difference beeinflusst! 

Mit der ISIN Nummer unseres ETF-Kandidaten können wir auf trackingdifference.com diesen Wert herausfinden. Ist er im negativen Bereich, hat unser ETF seinen zugrundeliegenden Index besser nachgestellt und war damit günstiger, als es die TER erscheinen lässt. 

Ist die Tracking Difference hingegen positiv, zahlen wir effektiv sogar mehr als die Gebühren vermuten lassen. Daher ist es zu empfehlen, vor dem Kauf die Tracking Difference zu prüfen und somit sicherzugehen, keine zu hohen Kosten ins Portfolio zu holen. 

Praxisbeispiel 2: Nachhaltiger Welt-ETF

EIn Welt-ETF ist selbstverständlich nicht die einzige Kategorie, für die sich Anleger interessieren. Auch ein aktuelles Trendthema wie das nachhaltige Investieren findet großen Anklang. 

Um einen nachhaltigen Welt-ETF zu finden, der zu unserer Anlagestrategie passt, gehen wir grundsätzlich ähnlich vor. Alternativ zum Finden eines Welt-ETF über einen Suchbegriff können wir auch unter den vorgeschlagenen Regionen “Welt” auswählen. 

Unsere Resultate filtern wir nun durch den Reiter “Anlagestrategie” und wählen hier natürlich “nachhaltig” aus. Was übrig bleibt sind die Welt-ETFs, die die Vorgaben zum nachhaltigen Wirtschaften erfüllen. Nun können wir, wie gewohnt, nach günstigsten Kosten, bester Performance oder wonach uns sonst der Sinn steht filtern und sortieren. 

Nachhaltige ETF sind in gewisser Weise ein Sonderfall: Sie sind fast durch die Bank noch sehr jung, da das Thema erst kürzlich richtig an Fahrt gewann. Daher haben viele von Ihnen noch keine historischen Daten vorzuweisen. 

Ein ETF ohne “Geschichte” birgt aber immer auch ein gewisses Risiko: Hier ist es durchaus möglich, dass er wegen mangelnder Rentabilität eingestellt wird. Viele Investoren sehen daher ein Alter von 3 oder sogar 5 Jahren als Minimum für einen sicheren ETF an. 

Unser Fazit: Die wichtigen Kriterien im Überblick

Die Suche nach dem passenden ETF kann sich schwierig gestalten. Mit unserer Checkliste wirst du aber viele Klippen leicht umschiffen können: 

Hauptkriterien

  • Mindestgröße von 100 Millionen Euro. Kleinere ETFs haben eine realistische Chance geschlossen zu werden, da sie sich für den Betreiber oft nicht lohnen
  • Ausschüttung. Hier kannst du entscheiden, was mit der eventuell vorhandenen Dividende passieren soll – an dich auszahlen oder sofort wieder reinvestieren (thesaurieren)
  • Replikationsmethode Vollständig (jede noch so kleine Aktie wird gekauft), Sampling (die meisten Aktien werden gekauft, die Kleinsten aber nicht) oder Swap basiert (mit einem Swap-Partner, der die Garantie übernimmt – Risiko!)

Nebenkriterien

  • Niedrige Kosten (TER) in %, damit deine Gewinne nicht von den Gebühren wieder aufgefressen werden. 
  • Niedrige Tracking Difference. Ein negativer Wert zeigt hierbei an, dass der ETF sogar effektiv weniger kostet, als die TER-Gebühren es vermuten lassen. 
  • Investiert in der passenden Region, sodass es nicht zu einer Verklumpung auf ein einzelnes Land/Wirtschaftsraum in deinem Portfolio kommt
  • Investiert in die passenden Branchen – gleiche Idee wie bei Regionen: keine Verklumpung auf einzelne Industrien

Belastbarkeit

  • Alle Informationen zu einem ETF wurden anhand eines verbindlichen Factsheets überprüft; die ISIN Nummer passt und es handelt sich ganz sicher um den richtigen ETF. 

Passen diese Kriterien zu deiner persönlichen Strategie und alles geht mit rechten Dingen zu, hast du wahrscheinlich den passenden ETF für dich gefunden. Hast du bei einem der Aspekte ein flaues Gefühl, solltest du lieber nach einem anderen Produkt suchen. 

Hast du den richtigen ETF für dich ausgewählt, stellt sich natürlich die Frage nach dem passenden Broker. Kein Anleger möchte unnötig hohe Gebühren für Transaktionen ausgeben oder in seiner Auswahl eingeschrenkt werden!

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