Steuererklärung bei P2P-Kredite, Aktien & ETF richtig eintragen 2021

Steuererklärung 2021: P2P-Kredite, Aktien & ETF richtig eintragen

Gehörst du zu den Privatanlegern, die sich ein passives Einkommen mit ETFs, Aktien oder P2P-Krediten aufgebaut haben? Oder stehst du gerade am Anfang? So oder so, früher oder später musst du dich mit deiner Steuererklärung auseinandersetzen und gerade bei P2P-Krediten gibt es die eine oder andere Sache, die man beachten muss. Aber lass dich nicht entmutigen, so schwer wie es anfangs klingt, ist es am Ende gar nicht. Wir erklären dir hier nämlich, worauf du bei den Steuern achten musst und wieso sich der Extraaufwand am Ende für dich sogar lohnen kann. 

Wenn du an solchen Tipps interessiert bist oder einfach wissen möchtest, wie du dein Geld am besten anlegen solltest, lohnt sich ein Besuch in unserem kostenlosen Forum für Privatkredite. Hier kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und immer auf den neuesten Stand bringen. 

Muss ich eine Steuerklärung abgeben?

Die Antwort ist: Ja. Wer in P2P-Kredite investiert, der kommt nicht um eine Steuerklärung herum. Investierst du ausschließlich in Aktien, dann musst du dich nicht zwingend mit dem Finanzamt auseinandersetzen – sie kann sich aber dennoch lohnen und ist einfach erstellt, solange du einige grundlegende Punkte beachtest. 

Kapitalerträge müssen in Deutschland nämlich versteuert werden. In vielen Fällen nehmen dir Broker die Arbeit schon automatisch ab, indem sie Freistellungsaufträge oder ähnliche Angebote für dich einrichten. Unter Freistellungsaufträgen versteht man die Möglichkeit Kapitalerträge, ohne Steuerabzüge zu erhalten. Darunter fallen neben Dividenden auch Kursgewinne, Zinsen und Ausschüttungen von Fonds. 

Diese Möglichkeit entfällt aber bei den meisten P2P-Plattformen, sodass du bei deiner Steuererklärung, die eine oder andere Sache zusätzlich beachten musst. Doch woran liegt das? Ganz einfach: Die gängigsten Anbieter von P2P-Krediten haben ihren Sitz im Ausland und unterstehen dementsprechend anderen Steuergesetzen. 

Alle nun folgenden Informationen werden ohne Gewähr gegeben – im Zweifel solltest du immer den Rat eines Steuerberaters einholen.

1. Einfache Steuerklärung bei P2P-Krediten

Schauen wir uns das Thema Steuern um die P2P-Kredite etwas genauer an. Wie schon zu Beginn erwähnt; wer sein Vermögen mit Privatkrediten passiv vergrößert, der ist nach deutschem Steuerrecht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Aber keine Sorge – mit ein paar Grundregeln ist das Thema viel einfacher als man befürchtet.

Für Zinserträge aus Privatkrediten muss eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent gezahlt werden. Zusätzlich wird der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer (8 bis 9 Prozent) aus der Abgeltungssteuer berechnet und ist ebenfalls zu entrichten. 

Bist du nun Schüler/in, Student/in, Auszubildende/r oder Geringverdiener mit einem Einkommen unter 16.600 Euro, dann kommt in der Regel eine geringere Steuerbelastung auf dich zu – je nach Umstand wirst du sogar komplett befreit? Dabei solltest du dir die Grenze von 801 Euro gut merken. Denn wenn dein Verdienst durch Kursgewinne, Dividenden und Zinsen unter dieser Summe bleibt, dann sind deine Gewinne steuerfrei. Alles darüber wird entsprechend versteuert. 

Wie ist das nun aber genau mit den P2P-Plattformen? Bis auf einige deutsche Ausnahmen kann man keinen automatischen Freistellungsauftrag einrichten. Wir erinnern uns: Ausländische Anbieter unterliegen einem anderen Steuerrecht, das sich nicht einfach aufs deutsche übersetzen lässt. P2P-Anbieter haben aber dieses Problem erkannt und versuchen das Thema Steuererklärung für ihre Nutzer so einfach wie möglich zu gestalten. Besonders die beliebten P2P-Plattformen wie z.B. Mintos, EstateGuru oder auch Bondora bieten mittlerweile eine Steuerbescheinigung an und machen dir das Leben einfacher. Dieser Trend lässt sich auch bei vielen anderen Anbietern mittlerweile erkennen. 

Wir schauen aber bei den drei genannten rein und zeigen dir, wo du deine Steuerbescheinigung findest und wie du diese dann in deine Steuererklärung eintragen kannst. 

Mintos

Bei Mintos erhältst du deine Steuerbescheinigung, unter “Mein Konto”. In der linken Navigation findest du ganz am Ende den Punkt “Steuerbescheinigung”. Wenn du dein Land und den passenden Zeitraum ausgewählt hast, erhältst du das Dokument umgehend per E-Mail zugeschickt. 

EstateGuru

Um bei EstateGuru deine Steuerbescheinigung zu erhalten, musst du lediglich auf deiner Startseite linkerhand auf “Kontostand-Überblick” klicken. Unter den “Reports” wählst du “vorheriges Jahr” aus und kannst ein PDF mit den benötigten Informationen herunterladen. 

Bondora

Bondora hingegen hält die Steuerbescheinigung unter dem Navigationspunkt “Berichte” für dich bereit. Im folgenden Menü wählst du “Steuerbericht” aus und stellst den passenden Zeitraum ein. Anschließend wartet auch hier ein passendes PDF auf den Download.

Erträge richtig einfügen und versteuern

Hast du alle deine Erträge von deinen P2P-Plattformen zusammen, dann musst du deine Beiträge einfach nur zusammenaddieren und die Summe fügst du dann in das Steuerformular „KAP“ ein. Diese Anlage dient zur Auskunft über Einkünfte aus Kapitalvermögen wie zum Beispiel Zinserträge oder Dividenden aus Aktienanlagen. Vielleicht hörst du zum ersten Mal von diesem Formular und das ist gar nicht verwunderlich. Denn wie wir in diesem Artikel schon beschrieben haben: Meistens ist die Steuerpflicht durch die Abgeltungssteuer in der Regel bereits erfüllt. 

Kommen wir zurück zu deinen addierten Einkünften. In der aktuellen Version des Formulars sind für dich Zeile 19 und gegebenenfalls Zeile 18 interessant. Die erstere, also Zeile 19, ist für ausländische Kapitalerträge. Hier trägst du deine Einkünfte von P2P-Plattformen ein, die ihren Sitz im Ausland haben, was auf die meisten zutrifft. Solltest du Einkünfte bei deutschen Anbietern erzielt haben, dann nutzt du hierfür Zeile 18.

Was machst du, wenn du Verluste erzielt hast?

Deine Verluste kannst du ganz einfach mit deinen Einnahmen gegenrechnen. Beachte aber dabei, dass das nur für finale Ausfälle gilt. Ausgenommen davon sind zum Beispiel Kredite in der Rückholungsphase – also jene, bei denen offene Gelder an die Investoren zurückgezahlt werden. Ebenfalls ausgeschlossen sind noch laufende Insolvenzverfahren. Erst wenn dieses endgültig abgeschlossen sind und man keine Rückzahlungen erwarten kann, dann können diese in die Verlustrechnung mit aufgenommen werden. 

2. Steuerklärung bei Aktien

Auch bei Aktien kommt wieder das Formular „KAP“ zum Einsatz. Und hier kann sich der zusätzliche Aufwand für dich lohnen. Zum Beispiel kannst du zu viel gezahlte Steuern aufgrund von fehlenden oder niedrigem Freistellungsauftrag zurückerhalten. 

Deine Kapitalerträge, zum Beispiel aus Dividendenzahlungen, trägst du hierbei in Zeile 7 “Kapitalerträge” ein. Verdienste aus Kursgewinnen trägst du hingegen in Zeile 8 “Gewinne aus Aktienveräußerungen” ein.

Auch bei den Aktien lassen sich Gewinne und Verluste gegeneinander aufrechnen. Wenn du etwa in einem deiner Depots ein Minus eingefahren, in einem anderen aber dazuverdient hast oder aufgrund der Covid-Krise zu deinem Nachteil verkaufen musstest, solltest du diese Kalkulation auf jeden Fall durchführen. Die Zeilen 12 „Nicht ausgeglichene Verluste ohne Verluste aus der Veräußerung von Aktien“ und Zeile 13 „Nicht ausgeglichene Verluste aus der Veräußerung von Aktien“ sind hierfür vorgesehen.

Vorsicht. Gewinne und Verluste dürfen nur in derselben Kategorie gegen gerechnet werden. Also Aktien mit Aktien und ETFs mit ETFs. Zusätzlich musst du ein Auge auf die Quellensteuer haben. Das ist eine Steuer auf deine Kapitalerträge, die direkt an der Quelle der Auszahlung, wie einer Bank im Ausland einbehalten und an das zuständige Finanzamt im Ausland abgeführt wird, also dem Quellenstaat. 

Erwirtschaftest du durch Dividenden oder Veräußerung von Aktien oder Aktienfonds Gewinne, sind 30 % davon steuerfrei – sofern die Aktienfonds zu mehr als der Hälfte aus Aktien bestehen. Von den verbleibenden 70 % führen die deutschen Depotbanken automatisch die entsprechenden Steuern ab. Das erleichtert dir die Arbeit ungemein. 

Meine Empfehlung für deiner Steuererklärung bei P2P-Kredite

Die Gewissheit, eine Steuererklärung ausfüllen zu müssen, schreckt traditionell manche Anleger von einem Investment in P2P-Kredite ab. Hierbei wird jedoch der Aufwand dramatisch überschätzt!

Das korrekte Ausfüllen und Eintragen der Formulare ist einfacher, als viele denken, denn die jeweiligen Anbieter liefern die nötigen Dokumente mit wenigen Klicks. Die Steuererklärung ist damit recht schnell erledigt und geht von Jahr zu Jahr einfacher von der Hand.

Lass dich deshalb nicht davon abhalten, die attraktiven Renditen von Privatkrediten zu nutzen! Alles Wichtige für einen erfolgreichen Start in die P2P-Welt habe ich dafür im Beitrag “7 Tipps für den erfolgreichen Start in P2P” zusammengefasst.

Zu wenig Rendite? Meine unabhängige Beratung kann helfen:

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