Steuererklärung 2021: P2P-Kredite, Aktien & ETF richtig eintragen

Die Steuererklärung ist kein Vergnügen, für Anleger, die in P2P-Kredite, Aktien und ETFs investieren, kann sie aber noch um ein vielfaches komplizierter werden. Um das zu vermeiden, erklären wir dir hier wie du diese Posten richtig eintragen und versteuerst. 

Wenn du an solchen Tipps interessiert bist oder einfach wissen möchtest, wie du dein Geld am besten anlegen solltest, lohnt sich ein Besuch in unserem kostenlosen Forum für Privatkredite. Hier kannst du dich mit anderen Investoren austauschen und immer auf den neuesten Stand bringen. 

Muss ich eine Steuerklärung abgeben?

Hast du in P2P-Kredite investiert, kommst du um eine Steuererklärung nicht herum – bei Aktien hingegen ist sie nicht zwingend erforderlich. Sie kann sich aber dennoch lohnen und ist einfach erstellt, solange du einige grundlegende Punkte beachtest. 

Denn wer in Deutschland Kapitalerträge erhält, muss diese versteuern. Viele Broker nehmen uns diese Arbeit automatisch ab richten einen Freistellungsauftrag und ähnliche Angebote für uns ein. 

Bei den P2P-Plattformen haben wir diesen Luxus in der Regel nicht. Diese Anbieter sind nämlich meist im Ausland angesiedelt und müssen damit anderen Regeln folgen. Daher gibt es bei dieser Anlageform auch steuerlich deutlich mehr zu beachten. 

Alle nun folgenden Informationen werden ohne Gewähr gegeben – im Zweifel solltest du immer den Rat eines Steuerberaters einholen.

1. Steuerklärung bei P2P-Krediten

Wie bereits erwähnt verpflichtet dich das Investment in P2P-Kredite zum Abgeben einer Steuererklärung. Glücklicherweise ist dieser Vorgang jedoch recht unkompliziert durchzuführen, wenn man sich an einige Grundregeln hält. 

Für Zinserträge aus Privatkrediten muss eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent gezahlt werden. Zusätzlich wird der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer (8 bis 9 Prozent) aus der Abgeltungssteuer berechnet und ist ebenfalls zu entrichten. 

Schüler, Studenten, Auszubildende und andere Geringverdiener mit einem Einkommen unter 16.600 Euro können auf eine geringere Steuerbelastung hoffen oder, je nach Umstand, sogar komplett befreit sein. 

Die magische Grenze ist hierbei der Betrag von 801 Euro. Verdienst du durch Kursgewinne, Dividenden und Zinsen weniger als diese Summe, bleiben deine Gewinne steuerfrei. Alles darüber wird entsprechend versteuert. 

Während du bei deutschen Banken und Brokern über einen Freistellungsauftrag dein Depot oder Konto problemlos vom automatischen Abzug zu befreien, gibt es diese Variante bei P2P-Krediten nicht automatisch. 

Mit Ausnahme der wenigen Deutschen Plattformen musst du bei P2P-Anbietern selbst eine Steuererklärung abgeben. Glücklicherweise bieten dir Mintos, EstateGuru, Bondora und eine steigende Anzahl von Unternehmen aber eine Steuerbescheinigung an und machen es dir somit einfacher. 

Mintos

Bei Mintos erhältst du deine Steuerbescheinigung, unter “Mein Konto”. In der linken Navigation findest du ganz am Ende den Punkt “Steuerbescheinigung”. Wenn du dein Land und den passenden Zeitraum ausgewählt hast, erhältst du das Dokument umgehend per E-Mail zugeschickt. 

EstateGuru

Um bei EstateGuru deine Steuerbescheinigung zu erhalten, musst du lediglich auf deiner Startseite linkerhand auf “Kontostand-Überblick” klicken. Unter den “Reports” wählst du “vorheriges Jahr” aus und kannst ein PDF mit den benötigten Informationen herunterladen. 

Bondora

Bondora hingegen hält die Steuerbescheinigung unter dem Navigationspunkt “Berichte” für dich bereit. Im folgenden Menü wählst du “Steuerbericht” aus und stellst den passenden Zeitraum ein. Anschließend wartet auch hier ein passendes PDF auf den Download.

Erträge richtig einfügen

Hast du deine Erträge bei allen Plattformen, auf denen du vertreten bist, auf diese Weise herausgefunden, musst du diese Beträge lediglich zusammenaddieren. Den Gesamtbetrag fügst du dann in das Steuerformular “KAP” ein. 

In der aktuellen Version von 2020 nutzt du dafür Zeile 19, “Ausländische Kapitalerträge” und fügst deine Verdienste hier ein. Für Kapitalerträge aus Deutschland nutzt du hingegen Zeile 18. 

Hast du hingegen Verluste erzielt, kannst du diese mit deinen Einnahmen Gegenrechnen. Wichtig ist dabei jedoch, dass es sich wirklich um finale Ausfälle handeln muss. Ein Kredit, der sich in der Rückholungsphase befindet, fällt nicht in diese Kategorie. Verlierst du aufgrund einer Insolvenz deine Einlage jedoch unwiederbringlich, kannst du diesen Betrag subtrahieren. 

2. Steuererklärung bei Aktien

Auch bei der Angabe von Erträgen aus Aktien nutzen wir wieder das Formular “KAP”. Besonders nützlich ist dieses Vorgehen, um zu viel gezahlte Steuern, zum Beispiel aufgrund von fehlendem oder zu niedrigem Freistellungsauftrag, zurückzuerhalten. 

Unsere Kapitalerträge, zum Beispiel aus Dividendenzahlungen, tragen wir hierbei in Zeile 7 “Kapitalerträge” ein. Verdienst aus Kursgewinnen landen hingegen in Zeile 8 “Gewinne aus Aktienveräußerungen”.

Auch hier lassen sich Gewinne und Verluste gegeneinander aufrechnen. Wenn du etwa in einem deiner Depots ein Minus eingefahren, in einem anderen aber dazuverdient hast oder aufgrund der Covid-Krise zu deinem Nachteil verkaufen musstest, solltest du diese Kalkulation auf jeden Fall durchführen. Die Zeilen 12 und 13 sind hierfür vorgesehen.

Du darfst jedoch nur Geinne und Verluste aus Aktien mit Aktien oder ETFs mit ETFs gegenrechnen. Ein Mischen ist hier nicht gestattet. Zuletzt musst du auch ein Auge auf die Quellensteuer und die Teilfreistellungen haben. 

Erwirtschaftest du nämlich durch Dividenden oder Veräußerung von Aktien oder Aktienfonds Gewinne, sind 30 % davon steuerfrei – sofern die Aktienfonds zu mehr als der Hälfte aus Aktien bestehen. 

Von den verbleibenden 70 % führen die deutschen Depotbanken automatisch die entsprechenden Steuern ab. Das erleichtert dir die Arbeit ungemein. 

Meine Empfehlung

Die Gewissheit, eine Steuererklärung ausfüllen zu müssen, schreckt traditionell manche Anleger von einem Investment in P2P-Kredite ab. Hierbei wird jedoch der Aufwand dramatisch überschätzt!

Das korrekte Ausfüllen und Eintragen der Formulare ist einfacher, als viele denken, denn die jeweiligen Anbieter liefern die nötigen Dokumente mit wenigen Klicks. Die Steuererklärung ist damit recht schnell erledigt und geht von Jahr zu Jahr einfacher von der Hand.

Lass dich deshalb nicht davon abhalten, die attraktiven Renditen von Privatkrediten zu nutzen! Alles Wichtige für einen erfolgreichen Start in die P2P-Welt habe ich dafür im Beitrag “7 Tipps für den erfolgreichen Start in P2P” zusammengefasst.

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