Wann sollte man mit Aktien anfangen? I Aktien & ETF-Wissen

Dass Aktien ein lohnendes Investment sind, hat sich herumgesprochen – aber wann sollte man am besten damit anfangen? Direkt loslegen oder doch lieber etwas warten? Diese Frage will ich heute an einem praktischen Beispiel beantworten.

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Sofort mit Aktien anfangen oder lieber warten?

Um der Frage nachzugehen, wann der ideale Zeitpunkt für den Start mit Wertpapieren gekommen ist, möchte ich mich heute selbst als Beispiel hernehmen. Dadurch will ich die häufig gestellte Frage beantworten, ob es sich lohnt, mit 50 oder 100 Euro Aktien zu kaufen, oder ob ein Anfangen erst später mit mehr Kapital lohnt. 

Mein erstes Geschäft an der Börse war der Kauf von 2 Aktien von OHB SE, die ich mir damals für 18,563 Euro pro Stück in mein noch neues Depot holte. Schon damals zeigte sich direkt einer der Nachteile von Aktien: die teilweise recht hohen Gebühren. Denn ich musste noch einmal 10 Euro an Provision und Spesen zahlen, um meine 37 Euro Aktienwert zu finanzieren. 

Die Entscheidung für OHB fiel übrigens nicht zufällig: Ich hatte mich zuvor lange und umfassend über das Unternehmen, den Markt und alles, was damit zu tun hatte beschäftigt. Denn schon damals hatte ich ein großes Interesse an der Finanzwelt. 

Und hier kommt der wichtige Aspekt ins Spiel, vom theoretischen Involviert sein ins praktische Handeln zu kommen und tatsächlich mit Aktien anfangen zu können. Denn nur, wenn wir die Auswirkungen auch im Portemonnaie spüren, wird unser Investment real. 

Daher lässt sich sicher das Argument führe, ein möglichst früher Start sei empfehlenswert, da wir so Fachwissen, Erfahrung und letztlich auch Kapital aufbauen können. Aber auch ein später Start mit mehr Kapital hat seine Vorzüge: 

Mehr Kapital = Mehr Rendite

Wenn du bereits längere Zeit Northern Finance Leser oder Zuschauer bist, wirst du dich über die enormen Kosten meines ersten Aktienkaufs sicherlich wundern. Dank Smartbroker und Co. Kaufen und Verkaufen wir für Centbeträge!

Damals waren Anleger jedoch noch auf stationäre Banken und deren Dienstleistung als Broker angewiesen und die Gebühren entsprechend hoch. Aber auch heute können uns die Kosten für den Kauf noch einen Strich durch unsere Rendite-Rechnung machen.

Denn insbesondere, wenn wir an speziellen Handelsplätzen oder eher exotische Titel kaufen wollen, wird uns nach wie vor hohe Summen in Rechnung gestellt. Dies schadet unserer Rendite, wie wir an diesem Rechenbeispiel sehen:

Der Kurswert meiner beiden OHB Aktien hat sich in der Zwischenzweit ziemlich genau verdoppelt. Dennoch habe ich nur einen Return on Investment (ROI) von 53 Prozent erzielt. Wie kann das sein?

Die einfache Antwort: Die Transaktionskosten haben einen großen Teil davon aufgefressen. Denn für die Berechnung des ROI ziehen wir von unserem aktuellen Kurs inklusive der aktuellen Dividenden den Kaufpreis inklusive Gebühren ab. Anschließend teilen wir noch einmal durch diesen Kaufpreis. 

Hätte ich hingegen direkt eine größere Summe investiert, würde ich deutlich besser, das heißt: mit höherer Rendite, dastehen. Auch dieses Beispiel wollen wir einmal durchrechnen:

Hätte ich zum gleichen Zeitpunkt anstelle von lediglich 2 Aktien ganze 100 Stück gekauft, hätte ich einen wesentlich besseren ROI vorzuweisen. Denn auch hier ziehen wir vom aktuellen Wert der Titel wiederum den Kaufpreis ab. 

Da wir aber in diesem Beispiel geschätzte 20 Euro an Gebühren gezahlt hätten – in Anbetracht des Aktienpreises ein vergleichsweise geringer Preis – wäre der Effekt auf unserer Gesamtrechnung gering. 

Nachdem wir erneut durch den Kaufpreis geteilt haben, kommen wir auf einen Return on Investment von 113,19 %! Das entspricht mehr als dem doppelten des ROI, den ich mit meinen zwei Aktien erzielt habe. 

Durch den geringeren Kostenanteil bei größeren Investments steigt also unsere Rendite maßgeblich. Dieser Umstand beim Aktienkauf lässt ein späteres Anfangen sinnvoll erscheinen, da wir dann in der Regel mehr Kapital zur Verfügung haben.

Früher oder später – Mein Fazit

Wenn es um den Kauf von Aktien geht, lassen sich also sowohl für ein frühes als auch ein spätes Anfangen Argumente finden. Dennoch empfehle ich ganz klar den möglichst zeitigen Start!

Zwar machen wir in jungen Jahren mit unserem noch geringen Einkommen deutlich weniger Gewinne, wir erhalten jedoch etwas, dass noch viel wertvoller ist: finanzielle Bildung und persönliche Erfahrung. 

Denn nur, wenn wir uns mit dem Aktienmarkt beschäftigen, erste Investments tätigen und durchaus auch Fehlentscheidungen treffen können wir unsere eigenen Finanzen meistern. Steigen wir zu einem späteren Zeitpunkt ein, kommen uns diese Erfahrungen deutlich teurer zu stehen. 

Im Zweifel ist ein Verlust von wenigen Euro in jungen Jahren leicht zu verkraften, denn er bildet unser “Lehrgeld” in Sachen Börse und Finanzen. Steigen wir später ein und versuchen, mit hohen Summen loszulegen, haben wir diesen Luxus nicht – Geld zu verlieren tut dann deutlich stärker weh. 

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