Covered Call ETF: Ausschüttungsrendite von 12,16 % plus?


In letzter Zeit sind Investmentstrategien mit Covered Call ETFs in aller Munde. Diese Indexfonds versprechen starke Ausschüttungen, die durch Termingeschäfte generiert werden. Wir haben das Thema genauer unter die Lupe genommen und teilen unsere Erfahrungen mit dir. Du erfährst, wie sie funktionieren, worauf du achten musst und ob sie wirklich zweistellige Ausschüttungsrenditen generieren können.
Das Wichtigste in Kürze:
- Covered Call ETFs bieten besonders hohe Ausschüttungen, teils über 10 % pro Jahr.
- Sie kombinieren klassische ETF-Investments mit Prämien aus Covered Calls.
- Diese Strategie sorgt für stabile Erträge, begrenzt aber das Gewinnpotenzial in starken Wachstumsphasen.
- In extrem negativen oder seitwärts laufenden Märkten sind Covered Call ETFs besonders attraktiv, bei starkem Kurswachstum performen klassische ETFs meist besser.
Was ist ein Covered Call ETF?
Ein Covered Call ETF kombiniert klassische ETFs mit der Optionsstrategie Covered Call. Der ETF investiert wie gewohnt in einen bestimmten Index, zum Beispiel den S&P 500 oder den NASDAQ 100.
Zusätzlich verkauft der ETF regelmäßig Kaufoptionen (Calls) auf die Aktien, die er im Portfolio hält. Für jede verkaufte Option erhält der Fonds eine Prämie, die als „Zusatzverdienst“ in die Ausschüttung einfließt. Dadurch verdient der ETF nicht nur durch Dividenden, sondern auch durch Optionsprämien.

So funktioniert der Covered Call im Detail
Der Käufer eines Covered Calls möchte sich die Chance sichern, eine bestimmte Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen, auch wenn der Marktpreis später viel höher liegt.
Für ihn ist das wie ein „Glücksgriff“: Steigt die Aktie stark, macht er einen garantierten Gewinn, weil er die Aktie günstig bekommt. Das Ziel des Käufers ist also:
- Ein möglicher Schnäppchenkauf, falls die Aktie stark steigt.
- Planbare Investitionskosten, weil er den Preis schon vorher kennt.
Du erhältst vom Käufer eine Optionsprämie. Das ist wie eine Versicherungsprämie. Die Prämie gibt es immer, egal ob die Option ausgeübt wird oder nicht.

Die 3 möglichen Szenarien bei Covered Calls
Bei Covered Calls gibt es 3 typische Situationen, die dir als Investor bei Termingeschäften begegnen können. In 2 von 3 Fällen profitierst du von der Prämie, ohne dass sonst etwas passiert.
- Der Kurs fällt: Hier verfällt die Option einfach wertlos. Du kannst die Prämie als Extra-Gewinn verbuchen und behältst deine Aktien ganz normal weiter im Depot.
- Der Kurs stagniert: Das Lieblingsszenario für viele, denn auch hier kannst du die Prämie behalten und von einem moderaten Kursanstieg profitieren.
- Der Kurs steigt: Der Käufer der Option will seine Aktien zum vorher festgelegten Preis kaufen, und du musst deine Aktien verkaufen. Du bekommst zwar die Prämie und den Kursgewinn bis zum Strike, verpasst aber potenzielle Gewinne, die darüber hinausgegangen wären. Das ist der Preis für die regelmäßigen Einnahmen aus den Prämien.
Wie unterscheidet sich der Covered Call ETF von passiven ETFs?
Passive ETFs sind bei den meisten Anlegern sehr beliebt, da sie einen Index kosteneffizient und transparent abbilden und damit eine breite Marktdiversifikation mit niedrigen Gebühren bieten. Sie verfolgen in der Regel das Ziel, die Entwicklung eines Benchmark-Index genau nachzubilden, was sie zu einer einfachen und langfristig stabilen Anlageform macht.
Aktive ETFs dagegen werden von Fondsmanagern aktiv gesteuert, die gezielt Wertpapiere auswählen und das Portfolio flexibel an Marktbedingungen anpassen, um höhere Renditen zu erzielen oder Risiken zu steuern. Diese aktive Verwaltung führt meist zu höheren Kosten, bietet aber das Potenzial für zusätzliche Erträge.
Covered Call ETFs sind typischerweise aktive ETFs, da sie über die reine Indexnachbildung hinausgehen und sich aktiv am Termingeschäft beteiligen.
Das sind die Vor- und Nachteile von Covered Call ETFs
Bevor wir dir tiefere Einblicke in unsere Erfahrungen gewehren und konkrete Covered Call ETFs vorstellen, erfährst du die wichtigsten Stärken und Schwächen. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie diese spezielle ETF-Strategie funktioniert und worauf du achten solltest.
Deine Vorteile als Anleger:
- Monatlich hohe Ausschüttungen: Im Vergleich zu klassischen ETFs können Covered Call ETFs deutlich höhere und vor allem regelmäßige Erträge bieten.
- Risikoreduzierung: Die erhaltene Optionsprämie generiert ein zusätzliches Einkommen.
- Ruhigeres Depot bei hoher Volatilität: Die Kursschwankungen sind niedriger als bei klassischen ETFs. Das bringt mehr Stabilität und Gelassenheit, besonders bei Korrekturen.
Neben den Vorteilen bringen Coveded Call ETFs auch Nachteile mit sich. Diese sind:
- Begrenztes Gewinnpotenzial: Gehen die Kurse der enthaltenen Aktien durch die Decke, profitierst du meist weniger als bei klassischen ETFs, denn mit dem Verkauf der Optionen verliert der ETF einen Teil der möglichen Kursgewinne.
- Kein vollständiger Schutz vor Verlusten: Bei starken Abschwüngen oder Crashes kann auch ein Covered Call ETF tief fallen. Die Prämien reichen dann oft nicht aus, um alle Verluste auszugleichen.
- Höhere Kosten und Komplexität: Aufgrund der aktiven Strategie fallen meistens höhere Verwaltungsgebühren (TER) und Transaktionskosten an. Die Produkte sind weniger transparent und oft noch recht jung am Markt.
Welcher ist der beste Covered Call ETF?
Die Auswahl an Covered Call ETFs in Europa ist noch überschaubar, aber drei Produkte stechen aktuell besonders hervor. Diese Listen wir im Folgenden chronologisch nach bester Ausschüttungsrendite auf. Hierbei haben wir darauf geachtet, dass das Mindestfondsvolumen von rund 200 Millionen € deutlich überschreiten werden.
Dieser Schwellenwert ist wichtig, weil ETFs mit einem geringeren Fondsvolumen ein höheres Risiko tragen, wegen geringer Liquidität oder Wirtschaftlichkeit geschlossen zu werden, was zu Verlusten führen kann.
| ETF Name | ISIN | Fondsgröße (€ Mio.) | TER (Kosten/Jahr) | Jährliche Ausschüttungsrendite | Jährliche Gesamtrendite | Replikation |
| Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF D | IE00BM8R0J59 | 500 | 0,45 % | 12,16 % | 30,12 % | Swap-basiert (synthetisch, hält Aktien nicht direkt) |
| JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS | IE000U9J8HX9 | 1.984 | 0,35 % | 9,72 % | 2,51 % | Vollständig, physisch (echte Aktien) |
| JPMorgan Global Equity Premium Income Active UCITS | IE0003UVYC20 | 1.103 | 0,35 % | 6,78 % | 14,96 % | Vollständig, physisch (echte Aktien) |
Gut zu wissen:
Der JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS ETF USD (ISIN: IE00B9J8HK09) ist momentan bei Anlegern am beliebtesten.
Performance Vergleich Covered Call ETF vs. Standard ETF

Der abgebildete Chart verdeutlicht die Unterschiede zwischen einem klassischen Index-ETF und einem Covered Call ETF am Beispiel des US-Markts seit November 2023:
- SPDR S&P 500 UCITS ETF (Acc) (ISIN: IE000XZSV718): Im blauen Kursverlauf siehst du den Standard S&P 500 ETF. Er hat in den letzten 2 Jahren rund 50,84 % Wertentwicklung erzielt und bildet die Marktrendite eins zu eins ab.
- Global X S&P 500 Covered Call UCITS ETF D (ISIN: IE0002L5QB31): Der orange Verlauf zeigt einen typischen Covered Call ETF, der die entsprechende Optionsstrategie auf den S&P 500 abbildet. Hier lag der Wertzuwachs im gleichen Zeitraum bei 20,75 %.
Die Unterschiede kommen vor allem daher, dass Covered Call ETFs von Optionsprämien profitieren, ihr Gewinnpotenzial aber bei schnellen Kursanstiegen nach oben begrenzt ist. In ruhigen oder schwachen Marktphasen federt die Strategie Verluste ab, aber langfristig performen die klassischen Standard-ETFs wie der SPDR S&P 500 deutlich besser.
Auch beim Blick auf einen anderen ETF-Vergleich zwischen dem Global X NASDAQ 100 Covered Call ETF (ISIN: IE00BM8R0J59) und dem iShares Nasdaq 100 ETF (ISIN: IE00B53SZB19) sind folgende Ergebnisse zu beachten:N: IE00B53SZB19) sind folgende Ergebnisse zu beachten:

Die Ergebnisse zeigen, dass in den meisten Jahren, besonders bei stark steigenden Märkten, der iShares Nasdaq 100 ETF deutlich höhere Renditen als der Global X NASDAQ 100 Covered Call ETF erzielte. Die Covered Call Strategie begrenzt das Wachstumspotenzial, was gerade in Boomzeiten ins Gewicht fällt.
Bemerkenswert ist aber auch, dass der Covered Call ETF gerade in schwachen Marktphasen, wie 2022, weniger Verluste macht als der reine Index-ETF. Die Optionsprämien wirken stabilisierend und können Rückgänge abfedern.

Achtung: Potenzielles Risiko bei Covered Call ETFs
Covered Call ETFs wirken für viele Anleger attraktiv, weil sie die Schwankungen im Depot reduzieren und gleichzeitig regelmäßige Ausschüttungen ermöglichen. Bei einem Blick auf die folgende Grafik kann der Eindruck entstehen, dass diese ETFs weniger risikoreich sind, als klassische ETFs.

Durch das begrenzte Kurswachstum kann es passieren, dass die Erholung von einem Crash oder einer Korrektur länger dauert, als beim passiven Indexfonds. Steigt der zugrunde liegende Index kräftig an, werden die Positionen häufig am Ausübungspreis der Optionen veräußert, sodass ein beträchtlicher Teil der Aufwärtsbewegung nicht mehr im Fonds ankommt.
Langfristig kann dadurch ein ungünstiges Verhältnis von Risiko zu Rendite entstehen, wie die folgende Grafik zeigt. Covered Call ETFs eignen sich daher eher als Beimischung für einkommensorientierte Anleger.

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Kann der Covered Call ETF den Index schlagen?
Bei dem oben eingefügten Chartvergleich siehst du deutlich, dass der klassische S&P 500 ETF viel mehr Rendite erwirtschaftet als der Covered Call ETF. Das heißt aber nicht, dass die Covered Call Strategie weniger attraktiv ist. Im November 2025 ist die Bewertung von Aktien auf einem Rekordniveau.
Wenn die Märkte fallen oder stagnieren
Die Aktien im MSCI World Index haben zusammengerechnet ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 25. Dieser Wert war das letzte Mal so hoch, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang im Jahr 2000.

Die hohe Bewertung könnte darauf hinweisen, dass die Chancen auf weitere starke Kursgewinne möglicherweise begrenzt sind und Rückschläge wahrscheinlicher werden. In genau solchen Börsenphasen zeigen Covered Call ETFs ihre Vorteile.

Je überhitzter und unsicherer die Börsen, desto stärker spielt der Covered Call ETF seine Vorteile aus. Für maximale Gewinne in einer Boom-Phase eignet sich ein klassischer ETF, für defensive oder einkommensorientierte Strategien hingegen sind Covered Call ETFs eine sinnvolle Ergänzung. Besonders in Zeiten hoher Bewertungen und potenziellen Kurskorrekturen.
Wenn du regelmäßige Ausschüttungen möchtest
Covered Call ETFs schütten regelmäßige Erträge hauptsächlich aus Optionsprämien und Dividenden aus, was sie für einkommensorientierte Anleger besonders attraktiv macht. Die folgenden Punkte veranschaulichen, welche Faktoren die Höhe und Nachhaltigkeit wie von Covered Call ETFs beeinflussen.
- Quellen der Ausschüttungen: Die Erträge stammen vor allem aus Optionsprämien, die durch den Verkauf gedeckter Kaufoptionen auf die Aktien im ETF-Portfolio eingenommen werden. Dividenden der enthaltenen Unternehmen tragen ergänzend dazu bei.
- Ausschüttungshöhe: Typischerweise liegen die monatlichen Ausschüttungen bei bis zu 1 % des eingesetzten Kapitals, was auf das Jahr hochgerechnet rund 12 % entspricht.
- Nachhaltigkeit der Ausschüttungen: Solch hohe Ausschüttungen sind jedoch oft nicht dauerhaft nachhaltig und können mit Kapitalverzehr einhergehen, wenn die Erträge nicht aus den laufenden Prämien und Dividenden gedeckt werden.

Fazit: Für wen Covered Call ETFs wirklich ein Gewinn sind
Covered Call ETFs sind mehr als nur ein kurzfristiger Hype, denn sie bieten echte Vorteile für Anleger, die stabile und planbare Zusatzeinnahmen schätzen und ihr Depot gegen starke Schwankungen absichern möchten. Gerade in überbewerteten Märkten, in denen die Gefahr von Korrekturen steigt, kommt ihre Risikopuffer-Funktion besonders zur Geltung.
Wenn du Wert auf passives Einkommen, Risikobegrenzung und Planungssicherheit legst, sind Covered Call ETFs die ideale Ergänzung im Depot. Sie bieten dir ein Stück finanzielle Unabhängigkeit, ohne dass du auf professionelles Wissen über Optionen angewiesen bist.
Wichtig ist, dass du bei Aufwärtstrends nicht zu 100 % in Covered Calls investiert bist, damit das Wachstumspotenzial deines Vermögens nicht eingeschränkt bleibt.


