4,4 % Zinsen für 1 Jahr: Lohnen sich US-Staatsanleihen jetzt?


Während du bei deutschen Banken um jedes Zehntelprozent kämpfst, zahlen die USA für eine Staatsanleihe mit einem Jahr Laufzeit aktuell rund 4,4 %. Das ist deutlich mehr als der EZB-Einlagezins von 2,5 %. Also schnell Geld nach Amerika schicken? Nicht so schnell, denn bei diesen 4,4 % gibt es einen Haken, den viele übersehen.
Was dir die USA bieten
Eine einjährige US-Staatsanleihe, also eine Treasury Bill, ist eine der meistgehandelten Anlagen der Welt. Du leihst dem amerikanischen Staat Geld und bekommst nach einem Jahr dein Geld plus Zinsen zurück. Die Bonität ist sehr gut, wenn auch nicht mehr perfekt: Alle drei großen Ratingagenturen bewerten die USA nur noch mit der zweitbesten Note, Moody’s hat das letzte AAA im Mai 2025 gestrichen. Das Ausfallrisiko innerhalb eines Jahres ist trotzdem minimal.
Der Haken: Du bekommst Dollar, keine Euro
Deine 4,4 % bekommst du in Dollar. Für dich als Euro-Anleger zählt aber, was am Ende in Euro rauskommt. Wie stark das schwankt, zeigt dieses Jahr: Anfang Januar stand der Euro bei rund 1,17 Dollar, heute bei etwa 1,12 Dollar. Wer Dollar hatte, hat also gut 4 % Währungsgewinn gemacht. Läuft es andersherum, ist dein Zinsvorsprung schnell weg. Eine Bewegung von 5 % im Jahr ist beim Euro-Dollar-Kurs nichts Ungewöhnliches.
Und jetzt der Punkt, den kaum jemand erwähnt: Sicherst du die Währung ab, zum Beispiel mit einem währungsgesicherten ETF, kostet dich das ungefähr den Zinsunterschied zwischen Dollar und Euro. Übrig bleibt dann in etwa das, was du auch mit einer deutschen Staatsanleihe bekommst. Die 4,4 % gibt es also nur zusammen mit dem Währungsrisiko.
| ohne Währungssicherung | mit Währungssicherung | |
|---|---|---|
| Zins | rund 4,4 % in Dollar | in etwa so viel wie eine deutsche Staatsanleihe |
| Währungsrisiko | ja, der Euro-Dollar-Kurs zählt voll | abgesichert, kostet ungefähr den Zinsunterschied zwischen Dollar und Euro |
Für wen das passt
Wenn du ohnehin Dollar hältst oder Geld in Dollar brauchst, zum Beispiel für US-Aktien oder einen Aufenthalt in den USA, ist eine kurz laufende US-Staatsanleihe eine sehr gute Parkposition. Auch als bewusste Beimischung, um nicht alles in Euro zu halten, kann sie sinnvoll sein.
Für deinen Notgroschen oder Geld, das du in einem Jahr sicher in Euro brauchst, würde ich bei Euro-Anlagen bleiben. Hier sind Festgeld oder deutsche Staatsanleihen die bessere Wahl.
So kommst du ran
Einzelne Treasuries gibt es bei vielen Brokern. Einfacher sind ETFs auf sehr kurz laufende US-Staatsanleihen. Achte auf die Kosten, auf ausschüttend oder thesaurierend und darauf, ob der ETF währungsgesichert ist, denn das verändert dein Ergebnis komplett. Ich nutze Freedom24* als Broker, dort kannst du auch diese Anleihen kaufen und dir einen Neukunden-Bonus sichern.

Anlagen sind stets mit dem Risiko eines Verlusts verbunden. Die WELCOME-Aktion unterliegt
den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Geschenkaktien werden nach dem Zufallsprinzip aus einer Auswahl teilnahmeberechtigter Aktien zugeteilt, wobei Aktien mit höherem Wert seltener vergeben werden.
Fazit: Gute Beimischung, kein Festgeld-Ersatz
US-Staatsanleihen mit einem Jahr Laufzeit sind aktuell eine gute Wahl für einen Teil deines Portfolios, wenn du das Dollar-Risiko bewusst eingehen willst. Als Ersatz für ein Euro-Festgeld taugen sie nicht, denn ohne Währungsrisiko schrumpfen die 4,4 % auf Euro-Niveau. Lässt du die Währungssicherung weg, ist es von Vorteil, wenn du die Dollar für Aktien- oder Freizeitkäufe in USD nutzen kannst.
Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung, sondern die Meinung des Autors. Renditen und Wechselkurse ändern sich täglich. Prüfe vor jeder Anlage die aktuellen Werte selbst.


