Mehr Rendite? Meine ETF Strategie vs. 70/30 Weltportfolio

Mehr Rendite? Meine ETF Strategie vs. 70/30 Weltportfolio

Ich investiere nicht wie so viele Investoren in ein herkömmliches Weltportfolio mit 70/30-Gewichtung. Nein, meine Strategie ist offensiver und legt größeren Wert auf China und die Emerging Markets als auf die USA. Ob ich mit dieser ETF Strategie die letzten Jahre Erfolg hatte, das erfährst du im heutigen Artikel.

Darum geht’s:

  • Haben Investoren mit einer 70/30-Strategie in der Vergangenheit höhere Renditen erzielt als mit anderen Strategien?
  • Wieso investiere ich bewusst nicht mit einer 70/30-Strategie?
  • Und warum sollte vor allem China künftig verstärkt in den Fokus rücken? 

Weniger USA, mehr Rendite?

Ich nehme es gleich einmal vorweg: Meine Rendite war in den vergangenen Jahren mit einer 50/50-Strategie nicht deutlich besser als unter der klassischen 70/30-Strategie. Aber als Investor möchte man natürlich nicht immer einen vorgegebenen Plan fahren, sondern auch seine eigenen Strategien umsetzen – so auch ich. 

In der 70/30 Weltstrategie werden 70 % in den MSCI World investiert, der 23 Industrieländer abdeckt und 30 % in den MSCI Emerging Markets, welcher als Ergänzung 25 Schwellenländer abbildet. Unter dieser Strategie wird in etwa 85 % der weltweiten Marktkapitalisierung abgebildet, was für viele Anleger ein guter Grund ist, diesen 70/30-Ansatz zu verfolgen. 

Nun ist es so, dass passionierte Investoren auch gerne mal etwas Schwung ins Portfolio bringen möchten. Deshalb entscheiden sich viele, neben dem Weltportfolio noch die eigenen Investment-Vorlieben einfließen zu lassen. So kommen dann oftmals Einzelaktien wie Amazon, Apple oder Shell hinzu. 

Meine Investitions-Strategie sieht jedoch anders aus. Ich setze meinen Fokus nämlich auf China. Das liegt daran, dass ich selbst bereits zwei Mal in China war – einmal für Urlaub und einmal zum Studieren. Aus meinen Erfahrungen vor Ort bin ich überzeugt, dass die Übergewichtung der USA und die Untergewichtung Chinas langfristig die falsche Investment-Strategie ist! Aus diesem Grund investiere ich ganz bewusst mit einer 50/50-Strategie.

Warum mehr China und weniger USA?

Was ist der Grund, weshalb ich von Chinas Aufschwung so überzeugt bin und daher lieber mehr als weniger in Emerging Markets investiere?

China hat die USA technologisch bereits an mehreren Stellen abgehängt und ich bin mir sicher, dass sich dieser Trend in Zukunft nur noch verstärken wird. Die technologische Stärke wird durch chinesische Unternehmen wie „Tencent“, „dji“ und „Huawei“ noch einmal verdeutlicht, die allesamt Vorreiter in der Forschung zu 5G waren. 

Aber auch neben diesen Technologie-Riesen wird die technologische Omnipräsenz Chinas spürbar. So konnte ich bereits 2018 in meinem lokalen McDonald’s mein Menü per Face-Scan bezahlen, während zur gleichen Zeit in Europa und den USA noch kaum jemand Gebrauch von gängigen Technologien wie Apple-Pay gemacht hatte. 

Ja, selbst den Obdachlosen in China konnte ich per QR-Code Geld überweisen! Das ist in Deutschland definitiv noch nicht vorstellbar.

Sind die USA im Weltportfolio übergewichtet?

Solltest du derzeit unter der klassischen 70/30-Strategie investieren (MSCI World + MSCI Emerging Markets), dann solltest du wissen, dass mittlerweile knapp 69 % deines MSCI World ETFs in den USA investiert sind. 

Die USA machen damit eindeutig den größten Teil des MSCI World aus, aber auch den deines Portfolios. Denn mit dieser 70/30-Strategie wären 48,13 % deines gesamten Vermögens in den USA angelegt. Das bedeutet: von jedem Euro, den du als Anleger in diese Welt-Portfoliostrategie investierst, fließen 48 Cent in die USA und lediglich 52 % in den Rest der Welt. 

Meiner Meinung nach kann hier nicht von einer „Weltstrategie“ die Rede sein, sondern viel mehr von einer „USA-Strategie“. Aber dennoch sind die USA nun mal der globale Player mit der weltweit größten Marktkapitalisierung. Das macht eben auch die 70/30-Strategie so beliebt. 

Die Marktkapitalisierung wird auch “Börsenwert” genannt und ergibt sich aus dem aktuellen Aktienkurs sowie der Anzahl der Aktien eines börsennotierten Unternehmens. Sie kann sich somit laufend verändern. Hat ein Unternehmen also mehr Aktien von größerem Wert, so ist auch der Anteil dieses Unternehmens im Portfolio dementsprechend größer.

Ein Unternehmen mit enormer Marktkapitalisierung ist Facebook. Nachdem der Tech-Gigant seine Umbenennung zu „Meta“ verkündete, fiel die Aktie um ganze 26 % und hat damit einen Rekordverlust von 232 Milliarden US-Dollar verursacht. Das ist so viel, wie der Marktwert von Mercedes-Benz, BMW und der Deutschen Post zusammen. 

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Kein Wunder also, dass Deutschland nur 2,4 % im MSCI World ausmacht.  

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Mit 70/30 zum Erfolg

Auch, wenn die 70/30-Strategie gewisse Länder übergewichtet, so hat sie sich in den vergangenen Jahren als äußerst erfolgreich erwiesen. Anleger, die in den letzten 10 Jahren 70/30 investiert haben, konnten eine jährliche Rendite von 9,3 % einfahren und somit mehr als die durchschnittliche Rendite von 6 bis 8 %. 

Ein Investor, der vor 10 Jahren 10.000 € angelegt hat, konnte sein Portfolio mit der 70/30-Strategie auf 22.400 € anheben. 

Hätte ein Investor dieselben 10.000 € mit der 50/50-Strategie angelegt, also 50 % MSCI World und 50 % MSCI Emerging Markets, so hätte dieser am Ende der 10 Jahre lediglich 19.500 € in seinem Portfolio gehabt. Das entspricht einer Rendite von 7,65 %.

Wieso ich nicht 70/30 investiere

In den letzten 10 Jahren waren Investoren erfolgreicher, wenn sie die USA übergewichtet haben. Doch wie so vieles in der Finanz-Welt lässt sich auch der ETF-Markt nicht vorhersagen. Ich glaube trotzdem daran, dass ich langfristig mit einer 50/50-Strategie erfolgreicher sein werde. Aber warum bin ich so überzeugt?

Werfen wir dazu einen Blick auf die folgende Grafik:

Zu sehen ist hier die 7-Jahres-Entwicklung vom iShares Core MSCI Emerging Markets. Die Entwicklung ist zwar positiv, sieht jedoch nicht sonderlich aufregend aus. Betrachtet man nun einen größeren Abschnitt der Entwicklung, dann sieht das Bild gleich anders aus, wie die untenstehende Grafik von Franklin Templeton Investments demonstriert. 

Diese Abbildung zeigt, dass die Schwellenländer seit Beginn der Messung deutlich stärker performt haben als die entwickelten Länder. Aus diesem Grund spielt bei Fragen wie „was performt nun besser, Emerging Markets oder Developed Markets?“ der betrachtete Zeitraum immer eine wesentliche Rolle. 

Gründe für eine schlechtere Performance in den Emerging Markets

Laut einigen Wissenschaftlern ist die zeitweise schlechtere Entwicklung und damit niedrigeren Renditen der Emerging Markets oftmals in der politischen Unsicherheit dieser Märkte begründet. Und das trifft aktuell auch zu.

China leidet derzeit unter den massiven wirtschaftlichen Eingriffen der Regierung. Aus diesem Grund werden viele chinesische Unternehmen als weniger wertvoll erachtet als amerikanische, da sie zu jeder Zeit von der Regierung stark beeinflusst oder sogar verboten werden können. Dabei macht China im MSCI Emerging Markets derzeit 32 % aus. 

Exkurs: Wann sind Aktien teuer und wann günstig?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der wichtigsten Kennzahlen für Investoren. Damit lässt sich feststellen, wie teuer eine Aktie oder ein ganzer ETF im Vergleich zum Vorjahresgewinn ist. Das KGV beschreibt, wie oft der Gewinn des vergangenen Jahres eingefahren werden muss, um die aktuelle Bewertung zu erreichen. 

Tipp:

Im Allgemeinen gilt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 als preiswert und von 20 als teuer. 

Das KGV an der Shanghai Stock Exchange liegt mit einem Wert von 16,9 im Februar 2022 im mittleren Bereich.

Im Vergleich dazu liegt das KGV beim amerikanischen S&P 500 zur selben Zeit bei 25,5 und ist damit deutlich höher bzw. teurer. 

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Investoren, die sich jetzt mit amerikanischen Titeln eindecken, zahlen verglichen zu chinesischen Titeln deutlich mehr, um u.a. auf gleiche Dividenden zu kommen. Und das ist einer der Gründe, weshalb ich meine bisherige 50/50-Strategie fortsetzen werde.

Dieses Jahrzehnt wird chinesisch!

Ob wir nun wollen oder nicht, die Zukunft liegt in China, davon bin ich überzeugt. Aus diesem Grund gehe ich bereits jetzt das Risiko ein und investiere stärker in die Emerging Markets und damit China. 

Gleichzeitig wird die USA meines Erachtens ihre Overperformance der letzten Jahre nicht aufrechterhalten können. Denn während immer mehr Chinesen in die Mittel- und Oberschicht aufsteigen, deutlich mehr konsumieren und Innovationen schaffen, wächst die amerikanische Bevölkerung nur langsam, wird immer älter und auch nicht reicher.  

Selbstverständlich gibt es auch Argumente, die gegen ein erhöhtes Investment in China und für ein weiterhin höheres Investment in die USA sprechen. Eines davon wären die US-Konzerne, die auch ihre Geschäfte in einem wachsenden chinesischen Markt erweitern könnten, wie zum Beispiel Apple oder Nike. 

Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, dass solche Konzerne über die letzten Jahre ihr Wissen mit lokalen chinesischen Partnern teilen mussten (z.B. via Joint Ventures). Dadurch geht Wissen von amerikanischen in chinesische Hände über, die so den westlichen Wissensvorsprung immer schneller aufholen und damit unabhängiger werden können.

Auch Projekte wie die neue Seidenstraße und Hochgeschwindigkeitszüge sollen Chinas Handel mit der restlichen Welt in den nächsten Jahrzehnten immens ankurbeln. Das sind nur einige der strategischen Maßnahmen Chinas, die dazu dienen sollen, zum künftigen Industrieland aufzusteigen.

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Fazit: Schwellenländer bleiben im Fokus für meine ETF Strategie

Die Schwellenländer sind über die letzten Jahrzehnte wirtschaftlich stark angestiegen und werden es voraussichtlich auch in Zukunft tun. Vor allem China wird sich als Wirtschaftsmacht beweisen und schon bald das Zepter von den USA übernehmen. Investoren sollten dahe die Entwicklungen der Emerging Markets genauestens beobachten, um nicht wertvolle Chancen zu verpassen. 

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