Geldmarkt-ETF: Lohnt sich das jetzt? (Steigende Zinsen)


Die EZB hat dieses Jahr schon zweimal die Zinsen erhöht, und die Inflation zieht wieder an: In Deutschland liegt sie bei 3,3 %, in der Eurozone sogar bei 3,8 %. Wenn dein Notgroschen oder dein Geld für die nächste Anschaffung gerade irgendwo für 1 % herumliegt, verlierst du jeden Monat Kaufkraft. Eine Option, die viele noch gar nicht auf dem Schirm haben: der Geldmarkt-ETF. Schauen wir uns an, ob sich der jetzt lohnt.
So funktioniert ein Geldmarkt-ETF
Ein Geldmarkt-ETF bildet die Euro Short-Term Rate ab, kurz €STR. Das ist der Zins, zu dem sich Banken untereinander über Nacht Geld leihen. Genau diesen Zins bekommst du mit dem ETF, und zwar ohne Neukunden-Trick und ohne Aktionszeitraum. Die bekanntesten Vertreter sind der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF und der Amundi Smart Overnight Return UCITS ETF.
| ETF | ISIN |
|---|---|
| Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF | LU0290358497 |
| Amundi Smart Overnight Return UCITS ETF | LU1190417599 |
Stand heute liegt der €STR bei rund 2,44 % pro Jahr. Davon gehen etwa 0,1 % laufende Kosten ab, unterm Strich landest du also bei ungefähr 2,34 % Zinsen pro Jahr. Der Wert schwankt täglich leicht, folgt aber im Kern dem EZB-Einlagezins.
Der große Vorteil: Du bist flexibel
Beim Festgeld ist dein Geld für die gesamte Laufzeit weggesperrt. Den Geldmarkt-ETF kannst du dagegen an jedem Börsentag verkaufen. Brauchst du das Geld also doch früher, etwa weil das Auto streikt oder eine Gelegenheit am Aktienmarkt auftaucht, kommst du in wenigen Tagen ran.
Dazu kommt: Steigt der EZB-Zins weiter, bekommst du das automatisch und fast sofort mit. Du musst nicht wechseln, nichts kündigen und keine neuen Konten eröffnen. Gerade bei größeren Beträgen über 100.000 € ist das spannend, denn dort endet die gesetzliche Einlagensicherung pro Bank. Ein Geldmarkt-ETF ist dagegen Sondervermögen und extrem liquide. Der Xtrackers-ETF ist rund 24 Milliarden Euro schwer und wird jeden Börsentag rege gehandelt. Ein kleines Restrisiko bleibt: Der ETF bildet den Zins über ein Swap-Geschäft ab, das Risiko eines Ausfalls des Swap-Partners ist aber gesetzlich begrenzt.
Der Haken: Zinssenkungen spürst du genauso schnell
Was nach oben funktioniert, funktioniert auch nach unten. Senkt die EZB die Zinsen wieder, sinkt auch deine Rendite, und zwar direkt. Beim Festgeld hättest du dir den Zins dagegen für die Laufzeit gesichert. Und ein einjähriges Festgeld bei einer großen deutschen Bank bringt aktuell sogar etwas mehr, bei der DKB* zum Beispiel 2,7 %. Der Abstand ist aber klein, und dafür gibst du deine komplette Flexibilität auf.
| Geldmarkt-ETF | Festgeld (DKB, 12 Monate) | |
|---|---|---|
| Zins | rund 2,34 % nach Kosten | 2,7 % |
| Verfügbarkeit | an jedem Börsentag | erst nach der Laufzeit |
| Steigt der EZB-Zins | bekommst du das fast sofort mit | Zins bleibt fest |
| Senkt die EZB den Zins | sinkt deine Rendite direkt | Zins für die Laufzeit gesichert |
Fazit: Für die meisten die beste Parklösung
Ein Geldmarkt-ETF lohnt sich aktuell vor allem dann, wenn du nicht sicher weißt, ob du das Geld in den nächsten Monaten brauchst, oder wenn du größere Beträge parken willst. Mit rund 2,3 % schlägt er die meisten Tagesgeldkonten deutlich, die nach dem Aktionszins oft nur noch um die 1 % zahlen. In meinen Augen ist der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF oder der Amundi Smart Overnight Return UCITS ETF bei deinem Broker aktuell eine gute Wahl für dein Cash, das nicht in Aktien steckt.

Anlagen sind stets mit dem Risiko eines Verlusts verbunden. Die WELCOME-Aktion unterliegt
den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Geschenkaktien werden nach dem Zufallsprinzip aus einer Auswahl teilnahmeberechtigter Aktien zugeteilt, wobei Aktien mit höherem Wert seltener vergeben werden.
Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung, sondern die Meinung des Autors. Zinsen und Kurse können sich jederzeit ändern. Prüfe vor jeder Anlage die aktuellen Konditionen selbst.


