Den meisten Sparern ist bewusst, dass Aktien die lukrativste Form des Investierens sind. Trotzdem lassen sie sich aufgrund der Vielzahl börsennotierter Unternehmen in Europa und der Welt abschrecken. Eine gute Anlageform ist das Investieren in einen Europa ETF. In diesem Artikel kannst du mehr über die Vor- und Nachteile über Europa ETFs lernen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein ETF-Portfolio sollte breit diversifiziert sein, um Risiken zu senken
- Die USA ist in klassischen Weltportfolios mit gut einem Drittel Anteil sehr stark vertreten
- Diese 6 Indizes gibt es, um den europäischen Anteil in deinem Portfolio zu erhöhen. Dabei eignet sich ein Index besonders gut
Vorteile von ETFs
Indexfonds, oder auch Exchange-traded funds (ETFs) bilden einen Aktienindex wie den DAX nach. Es handelt sich um eine passive Anlageform und unterscheidet sich von aktiv gemanagten Fonds. Aktiv gemanagte Fonds werden geführt von einem Fondsmanager, der die Entscheidungen über den Kauf von bestimmten Aktien trifft. Studien zeigen, dass gerade einmal 10 Prozent der internationalen Fondsmanager ein besseres Ergebnis erzielen als der klassische, bekannte Weltaktienindex MSCI World.
ETFs sind deutlich günstiger als Investments in gemanagte Fonds. Es müssen keine Anlageentscheidungen über bestimmte Aktien getroffen werden, da der ETF einen bestimmten Index abbildet. Eine Anlage in ETFs kostet nicht viel Zeit und ist nicht aufwändig.

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Warum in Europa investieren?
Das Fundament für ein gut gemischtes Portfolio besteht aus einem Festgeldkonto, Tagesgeldkonto und beispielsweise einem Aktien-ETF auf breit gestreute Indizes. Ein klassisches Beispiel hierfür wäre der Weltaktienindex MSCI World. Dieser enthält insgesamt mehr als 1.500 Aktien aus 23 unterschiedlichen Ländern.
Ein Großteil der klassischen globalen ETFs hat einen großen Anteil an amerikanischen Unternehmen. Im Falle von wirtschaftlichen Problemen in den USA hat das Auswirkungen auf alle Anleger. Eine breite Streuung ist wichtig, um das Risiko zu senken und Schwankungen im Portfolio abfangen zu können.
Beispiel:
Der FTSE All-World Index deckt nach eigenen Angaben 90 bis 95 Prozent der Marktkapitalisierung ab. Sieht man sich die Verteilung genauer an, lässt sich erkennen, dass die USA mit ca. 59 Prozent vertreten ist, während Europa 17 Prozent ausmacht. Im Frühjahr des Jahres 2021 lag der amerikanische Anteil des Indizes MSCI World bei 67 Prozent, also fast zwei Dritteln.
Der Grund für die starke Gewichtung der USA in den Indizes liegt bei den Kriterien, nach welchen die Indizes zusammengesetzt werden. Der MSCI World beispielsweise orientiert sich zuerst an der Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens entspricht dabei dem aktuellen Börsenwert aller Aktien, die an der Börse gehandelt werden können.
Gut zu wissen:
Für ein möglichst marktneutrales Weltportfolio ist die Gewichtung nach Marktkapitalisierung grundsätzlich eine sinnvolle Option. Allerdings leidet die Vielfalt des Portfolios bei einem Anteil von mehr als zwei Dritteln. Somit bietet sich ein europäischer ETF an, um den europäischen Anteil im Portfolio zu steigern.
Welche europäischen Indizes gibt es?
Die Anbieter stellen alle Indizes nach dem Börsenwert der Unternehmensaktien zusammen. Je wertvoller ein Unternehmen ist, desto größer ist dessen Gewichtung im Index. In Europa gibt es sechs bekannte Indizes, von denen drei nur Unternehmen aus dem Euroraum enthalten. Die anderen drei enthalten auch noch andere europäische Länder, wie beispielsweise die Schweiz.
Stoxx Europe 50
Dieser Index enthält die 50 größten europäischen Unternehmen aus insgesamt 17 Ländern. Die größten Vertreter sind Großbritannien mit ca. 27,6 Prozent, die Schweiz mit 21,6 Prozent und Frankreich mit 19,6 Prozent.
Stoxx Europe 600
Der Stoxx Europe 600 beinhaltet die 600 größten Unternehmen aus 17 Ländern. Enthalten sind große, mittlere und kleine Firmen. Die größten Vertreter sind Großbritannien mit 24,5 Prozent, Frankreich mit 17,3 Prozent und die Schweiz mit 15,1 Prozent.
Euro Stoxx
Der Euro Stoxx berücksichtigt nur die Länder aus der Eurozone. Derzeit sind 300 Unternehmen aus 11 Ländern vertreten. Die größten Vertreter sind Frankreich mit 33,8 Prozent, Deutschland mit 28,3 Prozent und die Niederlande mit 11,2 Prozent.
Euro Stoxx 50
Auch der Euro Stoxx 50 berücksichtigt nur Länder aus dem Euroraum. Insgesamt sind 50 Unternehmen aus 11 Ländern vertreten. Die größten Vertreter sind Frankreich mit 38,8 Prozent, Deutschland mit 31,7 Prozent, die Niederlande mit 11,2 Prozent, gefolgt von Spanien mit 9,5 Prozent. Es handelt sich um den meistbeachteten europäischen Index.
MSCI Europe
Dieser Index ist ein Sub-Index des MSCI World und beinhaltet Aktien von großen und mittleren Unternehmen aus den 15 europäischen Ländern des MSCI World. Die Funktionsweise ist die gleiche wie bei dem MSCI World: Es sind nach Marktkapitalisierung die größten 85 Prozent aller Aktien des Landes enthalten. Es werden auch Länder außerhalb des Euroraumes berücksichtigt, beispielsweise sind auch das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Norwegen enthalten. Den größten Anteil hat Großbritannien mit 24,4 Prozent. Insgesamt sind 438 Konzerne aus 15 europäischen Ländern vertreten.
MSCI EMU
Der MSCI EMU bezieht sich auf Länder aus dem Euroraum. Er beinhaltet die 244 größten Unternehmen aus 10 Ländern der Eurozone. Dabei vertritt er mittlere und große Konzerne. Die größten Vertreter im MSCI EMU sind Frankreich mit 35,1 Prozent, Deutschland mit 26,9 Prozent und die Niederlande mit 13,5 Prozent.
Index | Anzahl enthaltener Unternehmen | Anzahl vertretener Länder | Annualisierte Performance (2016-2021) | Annualisierte Volatilität (2016-2021) |
---|---|---|---|---|
Euro Stoxx 50 | 50 | 8 | 9,3 % | 19,2 % |
MSCI Europe | 434 | 15 | 4,67 % | 14,2 % |
Stoxx Europe 50 | 50 | 9 | 7,5 % | 16,5 % |
Stoxx Europe 600 | 600 | 17 | 8,6 % | 16,8 % |
Der Euro Stoxx 50 wird oft wegen seiner Bekanntheit gewählt. Vergleicht man die unterschiedlichen Indizes, fällt besonders der Euro Stoxx 50 ins Auge, mit seiner vergleichsweise hohen Rendite. Sieht man sich die Volatilität an, bemerkt man aber auch den Nachteil: Dieser Index ist stärkeren Schwankungen unterworfen.
Im Vergleich zum Euro Stoxx 50 hat der Stoxx Europe 600 nur eine etwas schlechtere Performance bei einer geringeren Volatilität. Sieht man sich den Index noch genauer an, lassen sich weitere Vorteile erkennen: Der Stoxx Europe 600 enthält 600 Unternehmen aus 17 Ländern, während der Euro Stoxx 50 nur 50 Unternehmen enthält. Mit dem Stoxx Europe 600 ist man also ebenfalls diversifizierter aufgestellt.
Gut zu wissen:
Dieser Index würde sich also gut eignen, um ein Portfolio stärker europäisch auszurichten und den amerikanischen Anteil etwas zu senken. Die größten Positionen im Stoxx Europe 600 sind Nestle mit ca. 2,97 Prozent, ASML mit 2,36 Prozent, Roche mit 1,98 Prozent, gefolgt von Novartis, LVMH, Unilever und SAP.

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ETF Europa – So könnte dein neues Weltportfolio aussehen
Im klassischen Weltportfolio sind Industrie– und Schwellenländer vorhanden, um möglichst breit zu diversifizieren. Eine beliebte Einteilung bei passiven Investoren erfolgt dabei nach dem „70:30“ Prinzip: 70 Prozent werden in Industrieländer investiert und 30 Prozent in Schwellenländer.
Ist dir der amerikanische Anteil in deinem Portfolio nun zu hoch und du beschließt, einen weiteren ETF zu besparen, muss sich die prozentuale Verteilung deines Investments ändern. Da der amerikanische Anteil im ETF der Industrieländer hoch ist, muss dieser Teil reduziert werden.
Wissenswert:
Dafür würde sich beispielsweise eine „50:30:20“ Verteilung eignen. Somit werden zukünftig 50 Prozent deiner Investitionen in Industrieländer getätigt, 30 Prozent in Schwellenländer und 20 Prozent in den neuen Europa-ETF.

Fazit: ETF Europa als sinnvolle Beimischung im Portfolio
Ein Wertpapierdepot sollte unterschiedliche Grundbausteine haben: Aktienfonds, die langfristig Rendite einbringen und sichere Anlagen mit einer hohen Verfügbarkeit, die das Risiko minimieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Bereich der Sicherheit ist die Diversifizierung beim Aufbau eines ETF-Portfolios.
Diese breite Streuung hat insgesamt den Vorteil, Schwankungen auszugleichen und somit das Risiko der Anlage zu senken. Bei klassischen Weltportfolios ist der amerikanische Anteil allerdings sehr hoch, was die Vielfalt des Depots senkt.
Eine Möglichkeit, um den amerikanischen Anteil etwas zu senken, sind europäisch orientierte Index-ETFs. Der bekannteste ist der Euro Stoxx 50. Die Bekanntheit ist auch der Grund, weshalb er nach wie vor oft gewählt wird. Zwar liefert er vergleichsweise die höchste Performance, allerdings ist er nicht besonders breit diversifiziert und unterliegt einer hohen Volatilität.
Der Stoxx Europe 600 dagegen hat nur eine leicht geringere Performance, ist aber deutlich breiter aufgestellt und schwankt auch nicht stark. Dieser ETF eignet sich gut, um den europäischen Anteil deines Portfolios zu erweitern.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Europa ETFs
Es gibt sechs bekannte europäische Indizes. Dazu gehören die Indizes Stoxx Europe 50, Stoxx Europe 600, Euro Stoxx, Euro Stoxx 50, MSCI Europe und der MSCI EMU.
Möchtest du einen größeren Europa-Anteil in deinem ETF, könnte es sich lohnen, dein Portfolio um einen europäischen Index-ETF zu erweitern. Eine geeignete Möglichkeit wäre beispielsweise der Stoxx Europe 600, der breit gestreut ist, eine gute Performance liefert und eine vergleichsweise geringe Volatilität aufweist.
In einem klassischen Weltportfolio ist die USA mit einem Anteil von 40 bis 60 Prozent vertreten. Ohne Schwellenländer liegt dieser Anteil sogar bei 55 bis 70 Prozent.
Falls du weniger amerikanischen Anteil in deinem Portfolio haben möchtest, wäre eine Variante, zusätzlich in einen europäischen Index-ETF zu investieren. Diese bilden beispielsweise den Stoxx Europe 600 oder den MSCI Europe ab und können dein Portfolio breiter diversifizieren.

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