5 Kritikpunkte gegen P2P analysiert I P2P-Wissen

5 Kritikpunkte gegen P2P analysiert I P2P-Wissen

Nicht jeder ist Fan von P2P und von verschiedenen Seiten gibt es Kritik am System der Privatkredite. Heute will ich die 5 am häufigsten genannten Punkte analysieren um zu sehen, was wirklich dran ist. 

Wenn du an solchen Analysen, kritischen Berichten oder einfach den neuesten Informationen aus der Finanzwelt interessiert bist, solltest du außerdem einen Blick in unser Forum für Privatkredite werfen. Dort kannst du dich mit anderen Anlegern zu diesen Themen austauschen und sicher noch etwas dazulernen.

P2P Kredite in der Kritik – was ist dran

Mit dem wachsenden Erfolg der P2P-Welt in den letzten Jahren kamen, wenig überraschend, auch mehr Kritiker zum Vorschein. Dabei werden nicht nur ganz unterschiedliche Dinge bemängelt; auch das Level der Kritik könnte kaum unterschiedlicher kaum sein.

Während einige Zweifler berechtigte, gut recherchierte Einwände hervorbringen, fragt man sich bei Anderen, ob sie überhaupt das System von P2P Krediten verstanden haben, bevor sie ihre Kritik äußern.

Wie du dir sicher schon gedacht hast, werde ich mich mit den Punkten der Personen, die offensichtlich nur Aufmerksamkeit wollen und keine Ahnung von P2P-Krediten haben, nicht befassen.

Die gut durchdachten und auf Wissen und Recherche basierenden Einwände sollten jedoch im Detail untersucht werden. Denn es ist wichtig, Gefahren und Probleme zu kennen, bevor wir in Privatkredite investieren.

1. Behauptung: Die Rückkaufgarantie ist sinnlos

Der Blogger hinter dem Kanal “Die Freiheitsmaschine” behauptete, die Rückkaufgarantie, wie so von Plattformen wie Mintos angeboten wird, sei nicht sinnvoll. Ähnliche Aussagen finden wir auch an anderer Stelle, wie zum Beispiel von “Aktien mit Kopf” in einem Interview zu Bondora. 

Konkret lautet der Vorwurf, das die P2P-Unternehmen durch einen Haftungsausschluss im Ernstfall schlicht die Tätigkeit einstellen und die Anleger auf den Kosten sitzen lassen würden, anstatt wirklich einen Rückkauf durchzuführen.

Haftungsausschluss als Hintertür – So einfach ist es nicht!

Realität: 

Die Aussage, P2P Anbieter könnten durch einen Haftungsausschluss der Rückkaufgarantie entkommen, ist falsch! Hier werden die Kreditgeber, also die Darlehensanbahner auf einer P2P Plattform, und die Plattform selbst verwechselt.

Denn die Rückkaufgarantie wird uns direkt von Mintos geboten, nicht von den Unternehmen, die dort Kredite vergeben. Das ganze lässt sich auch mittels des umfangreichen Vertragswerks zwischen P2P-Plattform, Kreditgeber und -Nehmer belegen, welches ich für dich bereits in einem Video genauer analysiert habe.

2. Behauptung: P2P Kredite sind nur Konsumkredite ohne Sicherheiten

“Die Freiheitsmaschine” behauptet weiter, das die P2P-Welt zu 100 % aus Konsumkrediten besteht, für die es keine Sicherheiten gibt. Wir seien hierbei vollständig auf den Zahlungswillen der Kreditnehmer angewiesen.

Ist P2P wirklich nur Konsumkredite ohne Sicherheiten?

Realität:

Auch an dieser Aussage ist rein gar nichts dran. Zwar machen Konsumkredite einen großen Teil der vergebenen P2P-Kredite aus; ebenso finden wir aber große Mengen an Immobilien oder Firmenkrediten auf den jeweiligen Plattformen.

Wer behauptet, P2P bestehe nur aus Konsumkrediten, hat sich entweder nicht mit dem Thema befasst oder lügt schlicht. 2020 machten Geschäftskredite 70 % der weltweiten P2P Aktivitäten aus, sodass diese Kritik inhaltlich schlichtweg falsch ist.

3. Behauptung: P2P Kredite sind moralisch verwerflich

An verschiedenen Stellen hört man die Behauptung, P2P Kredite seien aus moralischen Gründen abzulehnen, denn mit ihnen wird Kreditnehmern ermöglicht, über ihre Verhältnisse zu leben. Dadurch rutschen die Kunden in eine dauerhafte Schuldenspirale ab.

Denn die Kredite gehen an Personen, die auf normalem Wege (i.d.R. Banken) bereits keine Mittel mehr erhalten. Auf P2P Plattformen können sie jedoch für hohe Zinszahlungen noch weiter Geld entleihen und ihre Probleme so verschlimmern.

Realität:

Abgesehen von der bereits erwähnten Tatsache, dass nur ein Teil der P2P Kredite für den persönlichen Konsum vergeben wird, kann man dieser Aussage zumindest teilweise zustimmen.

Denn sicherlich sind unter den Kreditnehmern auch solche Personen, die keinen gesunden Umgang mit den eigenen Finanzen pflegen und durch P2P-Plattformen neue Möglichkeiten erhalten, weitere Schulden zu machen.

Hier stellt sich jedoch die Frage, ob die Schuld hierfür bei einem P2P-Anbieter, einem Kreditgeber oder gar dem privaten Financier liegt. Gleichzeitig besteht auch ein großer Teil der Konsumkredite aus weniger dramatischen Beispielen.

“Die Freiheitsmaschine” propagiert stattdessen ein Investment in Aktien. Auch hier lassen sich jedoch eine Vielzahl an Beispielen für die moralische Verwerflichkeit der dort vertretenen Unternehmen finden.

Auch unter den Börsenunternehmen finden sich genügend schwarze Schafe.

Brutale Ausbeutung der Mitarbeiter und Steuervermeidung durch Amazon und Co., Umweltzerstörung durch Öl-, Gas- und genereller Industrie wie bei Exxon Mobile, Aufkauf von Wasserreserven durch Coca-Cola, wodurch Millionen der Zugang zu Trinkwasser verwehrt wird… die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Selbst in Deutschland zeichnet sich kein besseres Bild: Im DAX finden wir genügend Beispiele für verwerfliche Praktiken wie den Dieselskandal der VW-Gruppe oder das gnadenlose Geschäftemachen mit dem Leid von Menschen in der dritten Welt, wie es etwa Bayer betreibt.

Die “Moralkeule” ist also keineswegs nur auf P2P-Kredite begrenzt. Machen wir einen Schritt zurück, müssen wir feststellen, dass es kein moralisches Investment gibt. Jeder Euro, den ich oder ein Unternehmen verdiene (zum Beispiel durch Zinsen) ist ein Euro, der einem anderen Menschen fehlt.

Anderen Personen durch einen Privatkredit dabei zu helfen, eine Anschaffung zu tätigen und damit vielleicht einen lange gehegten Traum zu erfüllen ist dabei sicherlich nicht schlimmer, als durch andere Finanzinstrumente in die Zerstörung von Mensch oder Umwelt zu investieren.

4. Behauptung: Produktivkapital ist P2P in einer Krise Überlegen

Aktien seien P2P Krediten überlegen, lautet die oft gehörte Kritik. Insbesondere in Krisenzeiten hätten die Privatkredite keine Chance gegen Unternehmensanteile, heißt es da. Wer also in P2P investiert, nutzt sein Kapital nicht optimal und wird es beim nächsten Crash bereuen.

Realität

Glücklicherweise lässt sich die Aussage, Aktien (oder ein beliebiges anderes Investmenttool) seien lukrativer als P2P-Kredite, sehr leicht überprüfen. Werfen wir dazu einen Blick auf die letzten beiden Krisen: die Finanzkrise von 2007 und die Covidkrise von 2020.

Der U.S Core Aggregate Bond ETF brach während der Finanzkrise deutlich ein.

In beiden Fällen sehen wir einen deutlichen Einbruch von Fonds oder auch bei den Wertpapieren: Der S&P 500 ETF verlor in der Finanzkrise etwa die Hälfte seines Wertes, während P2P-Kredite sogar einen leichten Anstieg zu verzeichnen hatten.

Im Covid-Jahr 2020 war der Unterschied sogar noch deutlicher, denn hier kam kaum ein Anlageprodukt besser durch die Krise, als P2P Kredite – die Kritik ist daher völlig ungerechtfertigt.

Zwar kann sich das in Zukunft noch verändern und eine erneute Talfahrt auch die P2P-Kredite betreffen. Aktuell widerlegen die Daten jedoch die Behauptung deutlich und zweifellos.

5. Behauptung: P2P ist ein Schneeball-Scam und funktioniert nur mit neuen Investoren

Verschiedene Blogger, unter ihnen erneut “Die Freiheitsmaschine”, sind der Meinung, die P2P-Welt sei keine echte Börse, da ausgefallene Kredite kein Problem darstellen, solange stets neue Investoren rekrutiert werden können.

Sie vergleichen P2P Kredite damit indirekt mit einem Pyramiden-Betrug, der nur durch neue Anleger am Laufen gehalten werden kann. Denn bisherigen Investoren machen hier Verluste und ziehen ihr Geld früher oder später ab, sodass neue Teilnehmer gewonnen werden müssen.

Die Behauptung, nur durch neue Anleger könnte über den Müll-Status der Kredite hinweggetäuscht werden.

Realität: 

P2P-Anbieter wie Mintos oder Bondora funktionieren als Marktplatz für Privatkredite. Als solche würden Anleger, die nach größeren Verlusten ihr Geld abziehen, für Aufmerksamkeit sorgen und den Markt beeinflussen.

Die Aussage, dass Investoren hier lediglich Verluste einfahren und schnell das Weite suchen, lässt sich so also nicht halten. Stattdessen erhöhen viele Anleger ihr Kapital auf den jeweiligen Plattformen sogar!

Die P2P Unternehmen sind dabei auf das Vertrauen der privaten Geldgeber angewiesen, sodass breite Verluste katastrophale Folgen auf das gesamte Privatkredit-Ökosystem hätten. Eine solche Entwicklung würde sich keinesfalls verheimlichen lassen.

Mein Fazit 

Der Großteil der gegen P2P vorgebrachten Kritik zeugt lediglich von einem geringen Wissensstand der jeweiligen Zweifler. Wer sich die Zahlen, Verträge, historischen Daten usw. ansieht, kann die Möglichkeiten und Gefahren schnell akkurat einschätzen.

Denn keinesfalls soll hier das Risiko von Privatkrediten geleugnet werden: Es ist definitiv vorhanden! Gleichzeitig wird es jedoch durch die hohen Renditen, in meinen Augen, mehr als kompensiert.

Es spricht also nichts dagegen, sich die Verdienstmöglichkeiten von P2P entgehen zu lassen und stattdessen in andere Finanzprodukte zu investieren. Privatkredite bleiben aber dennoch eine gute Methode, hohe Renditen zu erhalten und das eigene Portfolio zu diversifizieren.

Während man also durchaus aus Risikogründen kein Geld in P2P investieren kann, ist die Kritik, die aus anderen Ecken eintrifft, schlichtweg falsch oder kein ausschließliches Problem der Privatkredite.

Empfehlungen zum P2P Start

Das die vorgebrachte Kritik fast durch die Bank schlecht recherchierte, falsche Behauptungen sind, heißt nicht, dass es im P2P-Bereich keine Gefahren gibt! Umso wichtiger ist es daher, einen Blick auf unseren Beiter “7 Tipps für den erfolgreichen P2P Start” zu werfen.

So kannst du sicher gehen, dass dein Einstieg in die Welt der Privatkredite lohnend ist und ohne Zwischenfälle abläuft.

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