Aktien oder ETFs

Aktien oder ETF: Was ist die bessere Wahl 2024?

Die Inflation, hohe Preise und die ungesicherte staatliche Rente: Zunehmend mehr Anleger suchen nach Alternativen zu den herkömmlichen Anlageprodukten wie Sparbücher oder Bausparverträge, um mehr aus ihrem Geld zu machen. Als renditestarke Alternative gilt das Investieren in Aktien oder ETF. Doch was genau sind die Unterschiede zwischen den beiden Anlageklassen? In diesem Artikel erfährst du, was genau Einzelaktien und ETFs sind und welche Anlage besser zu dir und deinen finanziellen Zielen passt!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einzelaktien und ETFs sind attraktive Anlageklassen, um die Inflation zu bekämpfen und Rendite zu erzielen
  • Beide Anlagen haben verschiedene Vor- und Nachteile und eignen sich für andere Anlagentypen
  • Finde heraus, welche Anlageklasse besser zu dir als Anleger passt!

Aktien oder ETF: Definition & Erklärung

Bevor wir uns die genauen Unterschiede zwischen Einzelaktien und Exchange Traded Funds ansehen und welche Anlageart sich für dich besser eignet, schauen wir uns die Funktionsweise beider Anlageklassen genauer an. 

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Was sind Aktien?

Es handelt sich um ein Wertpapier, welches von einer sogenannten AG oder Aktiengesellschaft herausgegeben wird. Kaufst du dir ein solches Wertpapier, wirst du Miteigentümer des jeweiligen Unternehmens und erwirbst Rechte. Als Aktionär hast du das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen, an der die Unternehmenspolitik bestimmt wird. Zudem besitzt du ein Stimmrecht. 

Großaktionäre besitzen die Mehrheit am Konzern und haben durch mehr Stimmrechte den größten Einfluss. Kleinaktionäre nutzen Einzelaktien in erster Linie als Geldanlage mit dem Ziel, Rendite einzufahren. Als Anleger kannst du Geld mit Aktien verdienen, indem du versuchst, unterbewertete Unternehmen zu finden, um vom Verkauf und der Wertentwicklung zu profitieren. 

Eine Dividendenstrategie ist ein anderer Weg, um von Aktien zu profitieren. Es wird viel Recherche und Aufwand in die Suche von top Dividenden Aktien gesteckt. Wenn Firmen Gewinne erzielen, können sie einen Teil an die eigenen Aktionäre auszahlen. Diese Ausschüttungen werden Dividenden genannt, wobei die Hauptversammlung über die Höhe der Auszahlung entscheidet. 

Grundsätzlich wird unterschieden in drei Arten von Aktien, die mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen einhergehen: 

  • Vorzugsaktien: Als Inhaber einer Vorzugsaktie erhältst du bestimmte Vorzüge, wie eine erhöhte Dividende. Dieser Vorteil wird dadurch ausgeglichen, dass du kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Konzerns besitzt.
  • Namensaktien: Es gibt ein sogenanntes Aktienregister, in welchem niedergeschrieben ist, wer wie viele Aktien der Firma besitzt. Eingetragene Aktionäre können an der Hauptversammlung teilhaben und besitzen ein Stimmrecht, um beispielsweise darüber abzustimmen, ob Dividenden ausgezahlt werden sollen. Im Normalfall übernimmt deine Bank automatisch die Übertragung deines Namens in das Register. 
  • Inhaberaktien: Bei dieser Art von Wertpapier gibt es kein Register für die Einzelaktien. Das Recht für Abstimmungen geht an den aktuellen Inhaber der jeweiligen Aktie. 

Die relevanteste Größe beim Kauf dieses Wertpapiers ist der Aktienkurs. Es beschreibt denjenigen Kurs, zu welchem die Einzelaktie von einem Besitzer auf den anderen übertragen wird. Bestimmt wird der Aktienkurs durch Angebot und Nachfrage, weshalb Kursschwankungen alltäglich sind. Gibt es mehr Interessenten als kaufbare Einzelaktien, steigt die Nachfrage und somit der Wert des Wertpapiers. 

So funktioniert der Aktienkauf
So funktioniert der Aktienkauf

Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds sind ein Fonds, in den viele Anleger gemeinsam einzahlen. Dieser investiert anschließend in eine bestimmte Anlageklasse wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle oder Anleihen. Der Fonds beinhaltet eine Vielzahl an Wertpapieren und versucht, einen bestimmten Index möglichst gut nachzubilden. 

Eine Besonderheit an Exchange Traded Funds ist es, dass du mit nur einem Wertpapier dein Vermögen in ganze Märkte anlegen kannst. Die breite Streuung dieser Anlageklasse wird Diversifikation genannt und bietet den Vorteil der Risikoverteilung. Schlechte Kurse von Unternehmen können durch die Kurse von Konzernen ausgeglichen werden, die besser laufen. Für Anleger, die auf eine ausreichende Diversifikation achten, sind ETFs möglicherweise die beste Geldanlage ohne Risiko

Gut zu wissen:

Ein beliebtes Beispiel für einen ETF für Anfänger ist der MSCI World. Dieser investiert in über 1600 Aktien von Unternehmen aus zahlreichen Industrieländern und deckt global die wichtigsten und stärksten Konzerne ab. Aufgrund der Einfachheit und der hohen Diversifikation erfreut sich der Index großer Beliebtheit, sowohl bei Anfängern als auch Fortgeschrittenen. 

Das ETF eignet sich vor allem für langfristige Ziele, da der optimale Anlagehorizont bei mindestens 10 bis 15 Jahren liegt. Auf diese Weise können Risiken gut ausgeglichen werden. Mögliche Ziele sind die eigene Altersvorsorge oder die finanzielle Vorsorge für die Familie. 

Bei einem langen Anlagehorizont profitierst du zudem vom Zinseszinseffekt. Die Rendite, die du bereits investiert hast, kannst du reinvestieren. Auf diese Weise ist der Betrag, mit dem du künftig Rendite erwirtschaften kannst, gestiegen. Dein Kapital wächst zunehmend stärker. 

Zinseszinseffekt bei verschiedenen Zinssätzen
Zinseszinseffekt bei verschiedenen Zinssätzen

Aktien vs ETF? Der Unterschied

Möglicherweise bist du dabei, deine Finanzen neu zu ordnen und fragst dich “in was investieren?”: Aktien oder ETF? Beide Anlageklassen gelten als renditestark und sind interessante Alternativen zu herkömmlichen Anlagearten, die früher gute Zinsen versprachen, heute allerdings die Inflation nicht mehr ausgleichen können. Im Folgenden sehen wir uns die direkten Unterschiede genauer an, um herauszufinden, welche Anlage besser zu deinen individuellen Zielen passt. 

Welche Anlage erzielt die bessere Rendite?

Passive Fonds verfolgen nicht das Ziel, eine Überrendite zu erzielen und den Markt zu schlagen. Stattdessen soll der Fonds die Rendite des jeweiligen Index erzielen und auf diese Weise die Durchschnittsrendite des jeweiligen Marktes erwirtschaften. 

Themen ETFs sind eine spezielle Form, die in bestimmte innovative Branchen investieren. Dieser Bereich von Exchange Traded Funds geht mit einem höheren Risiko einher, kann aber mehr Rendite erbringen. Ein Beispiel für einen ETF mit hoher Rendite ist ein Wasserstoff ETF

Privatanleger, die in Einzelaktien investieren, haben das Ziel, besonders hohe Renditen zu erzielen. Anleger versuchen, unterbewertete Wertpapiere zu finden, mit dem Ziel, beim Verkauf von der Wertentwicklung zu profitieren. Zudem schwanken die Kurse von Einzelaktien stärker. Günstige Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte können dazu genutzt werden, Gewinne zu erzielen. 

Zusammenfassend zeigt der Vergleich, dass mit Einzelaktien theoretisch eine höhere Chance besteht, sehr hohe Renditen zu erzielen. Dies gilt allerdings nur für diejenigen Investoren, die die besten Chancen erkennen und nutzen und ein ausgebautes Wissen und Erfahrung in diesem Bereich nutzen können. Der Erfolg von Einzelaktien ist zum größten Teil vom Investor abhängig

Exchange Traded Funds punkten eher mit Beständigkeit und hängen von der aktuellen Marktentwicklung und äußeren Faktoren wie beispielsweise politischen Entscheidungen oder Krisen ab. Themen ETFs, die die Renditechancen erhöhen können, sind im Vergleich zu globalen Welt-ETFs riskanter und weniger diversifiziert. 

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Aktien oder ETF: Welche Anlage bietet mehr Sicherheit?

Das Konzept von Exchange Traded Funds ist darauf ausgerichtet, von der Rentabilität von Aktien zu profitieren, aber deren Risiken zu senken. Einzelaktien gelten als deutlich risikobehafteter als das Investieren in einen ETF. 

Durch die hohe Risikostreuung von ETFs ist es möglich, Verluste von einigen Unternehmen durch andere enthaltene Firmen auszugleichen. Diese Verteilung des Risikos macht Exchange Traded Funds zu einer vergleichsweise sicheren Anlage, wenn Investoren auf ausreichende Diversifikation achten. 

Zudem sind Exchange Traded Funds als Sondervermögen eingeteilt. Das bedeutet, dass das Vermögen der Fondsanleger vom Vermögen deines Brokers oder deiner Bank getrennt aufbewahrt wird. Im Falle einer Insolvenz ist dein investiertes Vermögen geschützt und wird dir zurückerstattet. 

Das Sicherheitsrisiko von Aktien ist höher und liegt in der Verantwortlichkeit des Anlegers. Schwankungen in einem Portfolio aus Einzelaktien sind stärker und fallen eher ins Gewicht. Ein Totalverlust vom investierten Vermögen bestimmter Unternehmen ist möglich, während ein Totalverlust des angelegten Geldes in ETFs nahezu ausgeschlossen ist. 

Interessiert du dich fürs Investieren in Einzelaktien, achte auf eine ausreichende Diversifikation. Dein Portfolio sollte eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen beinhalten, damit sich keine Klumpenrisiken bilden können. 

Der Anlagehorizont

Exchange Traded Funds sind eine Anlageklasse mit langfristigem Anlagehorizont. Dieser schützt vor Verlusten und sorgt dafür, dass mögliche Schwankungen gut ausbalanciert werden können. Zudem kannst du als Anleger zunehmend besser vom Zinseszins profitieren, wenn du dein Geld über viele Jahre angelegt hast. 

Unter den Investoren, die in Einzelaktien investieren, lassen sich beide Typen von Anleger finden: Kurzfristige Spekulanten, die kleine Kursänderungen nutzen und langfristige Investoren, die von der positiven Entwicklung von bestimmten Unternehmen profitieren wollen, die sie über Jahre im Depot behalten. 

Aufwand

Einer der wohl größten Unterschiede zwischen den beiden Anlageklassen ist der investierte Aufwand. Das Handeln mit Einzelaktien kann sehr aufwändig sein. Jeder Investor trägt die Eigenverantwortlichkeit für die genaue Zusammensetzung des Depots. Um diejenigen Konzerne mit den besten Wachstumschancen zu finden, benötigen Aktionäre tiefes Fachwissen und Erfahrung.

Beim sogenannten Value Investing geht es darum, herauszufinden, welche Unternehmen unterbewertet sind und gute Chancen auf eine positive Entwicklung haben. Auf diese Weise können Anleger von höheren Verkaufspreisen profitieren. Dazu ist eine genaue Kenntnis des Unternehmens notwendig, dazu gehören zahlreiche wirtschaftliche Kennzahlen. 

Auch die Anleger, die lieber auf kurzfristigen Handel setzen und sich fürs Traden und Spekulieren interessieren, betreiben hohen Aufwand: Um von kurzfristigen Schwankungen profitieren zu können, ist es notwendig, auf dem aktuellen Stand zu bleiben, sich regelmäßig zu informieren und die Kurse im Blick zu behalten. Das Investieren in Einzelaktien ist daher zeitintensiv und aufwändig. 

Möchtest du in Exchange Traded Funds investieren, ist der Aufwand deutlich niedriger und eignet sich besser für Anfänger. Wichtig ist es, zu verstehen, wie ein ETF funktioniert und aufgebaut ist. Es reicht, wenn du dich einmal sorgfältig einliest und die möglichen Risiken und den Umgang mit diesen kennenlernst. 

Gut zu wissen:

Einzelaktien sind zeitaufwendig und benötigen viel Fachwissen. Sie eignen sich eher für Fortgeschrittene. ETFs richten sich an Anfänger und Fortgeschrittene und nehmen weniger Aufwand in Anspruch. Einmal eingerichtet, verläuft die Geldanlage automatisiert. 

Funktionsweise eines ETFs
Funktionsweise eines ETFs

Mitspracherecht der Investoren

Wie oben bereits erwähnt, haben die meisten Aktionäre von Einzelaktien ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens. Investoren von Exchange Traded Funds besitzen kein Stimmrecht. Dieses Stimmrecht wird beim Kauf eines Exchange Traded Funds zwar mitgekauft, fällt allerdings an deinen Anbieter. 

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Es wird ein Wertpapier eines Unternehmens gekauftEs wird ein Wertpapier gekauft, dass eine Vielzahl an Unternehmen beinhaltet 
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Fazit: Persönliche finanzielle Ziele als Entscheidungsfaktor zwischen Aktien oder ETF

Aktien und ETFs gehören zu den Geldanlagen mit hoher Rendite. Beide bieten eine interessante Chance, die Inflation zu bekämpfen und mehr aus dem eigenen Vermögen zu machen. Allerdings haben sie verschiedene Vor- und Nachteile und eignen sich für unterschiedliche Anlegertypen.

Möchtest du eine Überrendite erzielen und bist bereit, viel Zeit zu investieren, um dich über spezielle Unternehmen zu informieren, auf dem Laufenden zu bleiben und Strategien zu erlernen, könnten Einzelaktien eine interessante Option für dich sein. Grundsätzlich solltest du dir darüber im Klaren sein, dass die Risiken und die Eigenverantwortlichkeit höher sind. Du benötigst viel Zeit und Aufwand, wofür du mit hohen Renditen belohnt werden kannst.

Suchst du dagegen eine einfache, kostengünstige Anlagenart, um Rendite zu erzielen, bei gleichzeitig geringem Aufwand, könnten Investitionen in einen ETF eine Möglichkeit für dich sein. Es handelt sich um eine Geldanlage mit langfristigem Anlagehorizont, mit der du zwar keine Überrendite erzielen wirst, dafür aber mit einer erhöhten Sicherheit und der durchschnittlichen Marktrendite belohnt wirst. Mehr über Exchange Traded Funds oder “Index Fonds vs ETFs” erfährst du hier!

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Aktien oder ETF

Über unseren Autor

Aleks Bleck ist das Gesicht von Northern Finance und war schon mit 18 Jahren Aktionär, Kreditgeber und ETF-Investor. Sein Fokus liegt dabei auf P2P-Krediten und passiven ETFs. Aleks hat Northern Finance 2017 während seines BWL-Studiums in Lüneburg gegründet.

Den YouTube-Kanal baute er neben seiner Haupttätigkeit im Investment- und Corporate Banking auf, bevor er sich dann letztendlich Vollzeit auf Northern Finance fokussierte.

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